Düren - Eine Hommage an Autor Dieter Kühn

Eine Hommage an Autor Dieter Kühn

Von: Anke Holgersson
Letzte Aktualisierung:
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Ein Erinnerungsabend für Dieter Kühn: Schauspieler Bernt Hahn hat Texte des berühmten Schriftstellers, der im vergangenen Jahr gestorben ist, vorgetragen. Foto: Holgersson
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Lars Vogt und Anna Reszniak haben Musik seines Lieblingskomponisten Ludwig van Beethoven gespielt. Foto: Holgersson

Düren. „Eigentlich hätte dieser Abend ein Geburtstagsgeschenk sein sollen“, sagte Dr. Achim Jaeger, der gemeinsam mit dem Büro Bürgermeister der Stadt Düren einen Literatur- und Musikabend für den Schriftsteller Dieter Kühn organisiert hat. Die Veranstaltung, die am Dienstag im Leopold-Hoesch-Museum stattfand, wurde ein Erinnerungsabend, weil Kühn im vergangenen Jahr im Alter von 80 Jahren verstarb.

Zu Beginn des Abends bedankte sich Bürgermeister Paul Larue bei Dieter Kühn, der „da war, wenn wir ihn brauchten“: Ob als prominenter Unterstützer des Heinrich-Böll-Hauses in Langenbroich, als Kommunalpolitiker oder als Chronist für die Stadt Düren, deren Nachkriegsarchitektur, die über die historische Substanz einfach hinweggehe, er kritisierte.

Dieter Kühns größtes literarisches Vermächtnis sind seine literarischen Biografien, in deren Verlauf er immer wieder die Frage stellt, was gewesen wäre, wenn die Geschichte einen ganz anderen Verlauf genommen hätte. Wenn also beispielsweise Napoleon Lehrer für Latein und Geschichte geworden oder wenn Hitler nicht gestorben wäre. Jaeger lernte Kühn vor etwa 30 Jahren bei einem universitären Vortrag kennen und schätzen.

„Er ist sowohl einer meiner Lieblingsschriftsteller und war ein Freund“, sagte er. Den Schriftsteller Kühn mag er für die Leichtigkeit seines Erzählens, seinen großen Variantenreichtum (Kühn schrieb neben Biografien auch Erzählungen, Hörspiele, Kinderbücher und Romane) und dessen Fähigkeit, auch schwierige Themen zu bearbeiten. „Ich wüsste niemanden, der den Trümmerstatus der Stadt Düren so eindrucksvoll kommentiert hat wie er“ führte Jaeger aus.

Vor allem im ersten Teil von Kühns 2013 erschienener Biografie „Das magische Auge“ seien zahlreiche Begegnungen des Autors mit der Stadt Düren zu finden. Aus dieser Biografie, wie auch aus einigen anderen Werken von Dieter Kühn, las Schauspieler Bernt Hahn, der unter anderem mit Kühn 1993 die literarische Biografie von Wolfram von Eschenbach als Hörspiel produzierte.

Anna Reszniak (Violine) und Lars Vogt (Klavier) begleiteten die Veranstaltung musikalisch. Der in Düren geborene Lars Vogt begann seine musikalisch international erfolgreiche Karriere an der Musikschule der Stadt. Seine Lebensgefährtin Anna Reszniak ist erste Konzertmeisterin der Nürnberger Symphoniker.

Gefühlvoll und mit Präzision spielten die beiden Musiker Stücke von Ludwig van Beethoven. Warum Beethoven? Es war der Lieblingskomponist von Dieter Kühn. Das behauptete er zumindest einmal in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, das Dr. Lorenz Peter Johannsen in der zweiten Hälfte des Abends zitierte.

Hier könne man auch nachlesen, dass Kühn eigentlich gerne Jazzpianist geworden sei, er seine Hauptcharaktereigenschaft mit „Zähigkeit“ umschrieb und er an seinen Freunden am meisten die „Offenheit“ schätzte.

„Wer das Glück hatte, Dieter Kühns Freund zu sein, wurde beschenkt mit der Teilhabe an einem weiten und farbigen Blick auf die Welt“, schloss Lorenz Peter Johannsen.

Dr. Achim Jaeger hat den Abend nach einem der Bücher Kühns „Schreiben auf der Zeitachse“ genannt, weil Kühn ein Meister des virtuosen Unterwegsseins auf verschiedenen Meta- und Zeitebenen gewesen sei.

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