Düren - „Eine höchst aktuelle Figur“: Der Heilige von Arnoldsweiler

„Eine höchst aktuelle Figur“: Der Heilige von Arnoldsweiler

Von: Sandra Kinkel
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Dr. Wilhelm Arnolds hat das Leben des Heiligen Arnoldus gründlich erforscht. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Autor und Sprachwissenschaftler Wilhelm Arnolds hat über Arnoldus, der ein Verwandter von Karl des Großen war, ein historisches Buch geschrieben. Der Adlige hat sich gezielt für die Armen eingesetzt.

Dr. Wilhelm Arnolds ist das, was man einen Ur-Arnoldsweiler nennen kann. Sein Vater, sein Großvater und sein Urgroßvater haben schon dort gelebt, und Arnolds, der vor 64 Jahren ebenfalls in Arnoldsweiler geboren wurde, ist eigentlich nie wirklich weg gewesen.

„Ich bin mit dem Heiligen Arnoldus aufgewachsen“, sagt der promovierte Historiker. „Für mich war das immer eine herzliche, sehr barmherzige Figur.“ Aber auch eine, deren Leben noch nicht wirklich erforscht war. Und genau das hat Wilhelm Arnolds getan. 20 Jahre lang hat er für seine 647 Seiten starke geschichtswissenschaftlichen Arbeit Dokumente und Quellensammlungen aus Frankreich und Deutschland studiert und schließlich sein Buch verfasst. „Der Heilige Arnoldus“, sagt Arnolds, „ist eine höchst aktuelle Figur. Und eine unglaublich interessante noch dazu.“

Arnoldus hat im achten Jahrhundert nach Christus gelebt, so viel ist sicher. „Das genaue Geburtsdatum kennen wir nicht“, sagt Arnolds. „Aber seinen Todestag. Arnoldus ist am 18. Juli 793 in Arnoldsweiler gestorben.“ Der Historiker geht davon aus, dass Arnoldus um die 70 Jahre alt geworden ist und ein „Hochadliger aus höchsten Kreisen“ war.

„Möglicherweise“, sagt Arnolds, „war er sogar ein Verwandter Karls des Großen. Auf jeden Fall gehörte er zum Führungskreis des Karolingerreiches.“ Arnolds begründet diese Erkenntnis darauf, dass Arnoldus den Kaiser beispielsweise direkt ansprechen durfte. „Außerdem gibt es Urkunden, die eindeutig besagen, dass Arnoldus das Unterkönigreich Aquitanien in Frankreich regiert hat. Er hat königliche Rechte, königliche Macht, ohne jemals König gewesen zu sein.“

Aber was hat Arnoldus zum Heiligen gemacht? Überliefert ist die Legende, dass Arnoldus Kaiser Karl um ein Stück Wald für die armen Menschen in Arnoldsweiler gebeten hat. Als Karl der Große mit seinem Gefolge im Bürgewald zur Jagd ging, begleitete Arnoldus die Gesellschaft. Er bat darum, der Frankenherrscher möge ihm soviel von dem Wald schenken, wie er während der Dauer der Rast umreiten würde.

Der Wunsch wurde ihm gewährt. Der listige Arnold hatte sich zuvor frische Pferde bereitstellen lassen und vollbrachte es im Staffelritt, den gesamten Wald zu umrunden, noch bevor das Mahl vorüber war. „Der Wald“, sagt Wilhelm Arnolds, „war für die Menschen enorm wichtig.

Sie hatten von nun an Holz und konnten jagen.“ Als Gegenleistung sollten die Menschen von Arnoldsweiler einmal im Jahr in der Pfarrkirche des Ortes, in der Arnoldus auch begraben ist, eine Kerze anzuzünden. „So ist die Arnoldusoktav entstanden“, erklärt Arnolds. „Und die hat seit dem Jahr 780 jährlich ununterbrochen stattgefunden.“

Arnoldus habe viel unternommen, um den Armen zu helfen. „Und er ist quasi zweimal heilig gesprochen worden. Zuerst 824 vom Kölner Erzbischof Gero. Später ist diese Heiligsprechung in Rom noch einmal überprüft und bestätigt worden.“ Arnoldus sei der erste Laie, der heilig gesprochen worden sei. „Der Mann hat sich wirklich sehr stark für die Armen eingesetzt. Ich möchte fast sagen, er hatte eine ähnliche Einstellung wie Papst Franziskus.“ Weil 2016 das „Jahr der Barmherzigkeit“ ist, war es Arnolds wichtig, dass sein Werk in diesem Jahr erschienen ist.

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