Eine Großbaustelle, die bald eine neue Heimat wird

Von: smb
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Bürgermeister Peter Harzheim und Bauamtsleiter Thomas Lüssem sind zufrieden mit dem Fortschritt auf der Baustelle. Im Hintergrund zwischen den beiden liegt das erste Grundstück, dass bebaut wird. Foto: smb

Morschenich-Neu. Auf einem 20 Hektar großen Areal wird derzeit die neue Heimat von etwa 350 Menschen gebaut. An den Wochenenden machen viele Bewohner des alten Dorfes Morschenich, das etwa 2024 abgebaggert wird, Radtouren zu ihrer neuen Heimat. Einige schauen sich beim Picknick den Fortschritt auf der Baustelle an, auf der bald ihre neuen Häuser gebaut werden.

 Am 9. September war der offizielle erste Spatenstich für die zehn Jahre dauernde Umsiedlung. Jetzt sind die ersten Grundstücke an der Oberen Straße und der Straße „Zum Kamp“ bereits baureif, bis Ende Juli sollen alle 130 Grundstücke soweit fertig sein.

Während die neue Brücke, die Morschenich-Neu an die L 264 anbinden wird, schon lange viele Blicke auf sich zieht, haben die Bauarbeiten am Umsiedlungsstandort bisher vor allem im Untergrund stattgefunden. Allein für die Fernwärmeversorgung wurden 2,8 Kilometer Leitungen verlegt, hinzu kommen die üblichen Versorgungsleitungen und orangefarbene Leitungen für die Glasfaserkabel.

Bürgermeister Peter Harzheim und Bauamtsleiter Thomas Lüssem rechnen damit, dass schon im Sommer der erste Bauboom in Morschenich-Neu einsetzen wird. Bisher wird in der Verwaltung allerdings erst ein Bauantrag bearbeitet. „Die Entschädigung, Verkauf und Ankauf müssen natürlich vorher geregelt sein“, erklärt Lüssem. 60 bis 70 Prozent der Morschenicher wollen an den neuen Standort umsiedeln, viele andere bleiben nach Angaben der Verwaltung im Gemeindegebiet wohnen.

87 Prozent der Grundstücke seien bislang vorgemerkt. Die Umsiedler durften für drei Grundstücke Prioritäten vergeben. Besonders beliebt waren die Grundstücke im südwestlichen Ortsteil, die an die Streuobstwiese grenzen. „Dort gab es bis zu elf Interessenten für ein Grundstück“, weiß Thomas Lüssem. Wer welches bekommt, wird in einem mehrstufigen Verfahren und in individuellen Gesprächen mit dem Tagebaubetreiber entschieden.

Die heimischen Obstsorten für die Streuobstwiese sind bereits gepflanzt, im nordwestlichen Teil ist das Gelände für den „Wald der Erinnerung“ bereits gut zu erkennen. Dabei handelt es sich um eine Hügellandschaft, die mit Bäumen und Sitzgelegenheiten zu einem kleinen Park werden soll, der auch als leichter Windschutz dient. Der Ortsrand soll von Bäumen und Büschen gesäumt werden. Mit der Obstwiese und dem kleinen Wald soll der Blick simuliert werden, den die Morschenicher derzeit noch genießen können.

Daran angrenzend wird der neue Friedhof angelegt, in dessen Nähe sowohl der Gemeinde als auch der Kirche ein Grundstück zur Verfügung steht. „Dort könnten wir zum Beispiel einen Kindergarten oder ein Gemeinschaftshaus errichten“, sagt Bürgermeister Peter Harzheim.

Ebenfalls gut zu erkennen sind die Arbeiten an der Heizzentrale am Ortsrand, von der aus alle Häuser mit warmem Brauchwasser und Fernwärme für die Heizungen versorgt werden. In der Mitte des neuen Ortes, wo derzeit noch Erdhügel und Bagger das Bild bestimmen, wird der „Ludwig-Rixen-Platz“ entstehen, der auch zum neuen Mittelpunkt des Dorflebens werden soll. Für dort sind auch Mehrfamilienhäuser und Mietwohnraum im Gespräch, eine Bushaltestelle soll an dieser Stelle zentral erreichbar sein.

Am nordöstlichen Rand des Ortes ist bereits ein großes Regenrückhaltebecken gebaut worden. „Der Boden der Gemeinde sinkt großflächig ab“, erklärt Peter Harzheim. Und weil das Gelände zwischen Merzenich und dem Umsiedlungsstandort abfällt, habe ein solches Becken gebaut werden müssen. In diese Richtung des Dorfes laufen auch die Abwasserleitungen, dort wird das Wasser gesammelt und dann gebündelt in das Kanalnetz gepumpt.

Das neue Dorf liegt 120 Meter von der Landstraße entfernt. „Die Entfernung ist zugleich Lärmschutz, so dass keine baulichen Maßnahmen wie ein Wall erforderlich sind“, erklärt Thomas Lüssem. In dem Bereich, der der Straße zugewandt ist, werden Sportstätten und Mischbebauung für Wohnen und Gewerbe sowie Raum für Pferdehalter entstehen. Das Straßenkonzept für Morschenich-Neu bezieht alte Wirtschaftswege mit ein, die können dann nicht mehr von Landwirten genutzt werden; für diese werden Anbindungen auch an die Landstraße 264 geschaffen.

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