Eine Entdeckungsreise „henge de Bahn”

Von: Christoph Hahn
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Reges Interesse: Mit Karl-Hein
Reges Interesse: Mit Karl-Heinz Küpper (2.v.l.) gingen die Teilnehmer auf Spurensuche in Düren-Nord. Foto: Hahn

Düren. Dieser Stadtteil ist ihr Leben, war es mal oder ist es noch immer. Hinzukamen Neugierige, die etwas über das Quartier erfahren wollten: Auf Einladung der Dürener Geschichtswerkstatt hatte sich am Wochenende eine große Gruppe Dürener zum Rundgang durch das Nord-Viertel der Kreisstadt „henge de Bahn” zusammengefunden.

Neben Lokalhistoriker Ludger Dowe war ein Mann als Augenöffner dabei, der sich zwischen Schlachthof und LVR-Klinik bestens auskennt: Karl-Heinz Küpper, der seiner Heimat bis heute als Mitglied der Stadtbezirksvertretung und Motor der Initiative Soziale Stadt Gestalt gibt.

Beinahe vergessene Spuren

Der Rundgang, den die Teilnehmer unternahmen, wurde dank Küppers enormer Sachkenntnis zu einer spannenden Entdeckungsreise in eine Welt, deren Spuren mit dem Fortschreiten der Jahre immer weniger sichtbar werden. Ein ums andere Mal zogen die beiden Männer an der Spitze der weltlichen Prozession durch die Geschichte den Schleier der Vergangenheit von Straßen und Plätzen - zum Beispiel als es um die inzwischen längst verschwundenen Busse der Kraftpost und ihr Depot an der Gutenbergstraße ging. Ein weiterer Pluspunkt: Orte, die der Betrachter sonst nicht oder kaum wahrnimmt, erschlossen sich dank des Wissens von Küpper und Dowe ein ums andere Mal, so zum Beispiel bei der Begehung der sichtbaren Reste des alten reformierten Friedhofs an der Paradiesstraße.

Gehen, Spuren suchen und dann genau hinschauen: Der Rundgang der Geschichtswerkstatt glich immer wieder einer archäologischen Reise ins Reich der Erinnerungen. Stets aufs Neue hingen die Teilnehmer an den Lippen von Karl-Heinz Küpper und Ludger Dowe, auch und gerade als das Leben deportierter jüdischer Dürener, wie es sich in den von dem Bildhauer Günther Demnig ins Trottoir eingelassenen „Stolpersteinen” widerspiegelt, zur Sprache kam. Längst aus dem Handelsregister gelöschte Firmen, Häuser, von denen schon lange kein Stein mehr auf dem anderen steht - das alles stieg aus dem Nebel der Vergessenheit empor. Und es macht gespannt auf die nächste Reise durch die Geschichte, die - dieses Mal per Fahrrad - am Sonntag, 26. Juni, 14 Uhr vor der Rathaustreppe am Kaiserplatz startet und unter anderem in den Grüngürtel, zum Muttergotteshäuschen und zum jüdischen Friedhof führen soll.

Anmeldungen zu dieser Exkursion nimmt bis zum 20. Juni die Volkshochschule des Kreises Düren telefonisch unter der Telefonnummer 02421/222836 entgegen.
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