Kreuzau/Düren - Eine eindeutig gefälschte Unterschrift unter dem Vertrag

Eine eindeutig gefälschte Unterschrift unter dem Vertrag

Von: hp
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Kreuzau/Düren. „Ich unterschreibe grundsätzlich mit vollem Namen“, versicherte eine 80-jährige Zeugin vor dem Dürener Amtsgericht. Auf dem Vertrag, den Richterin Verena Neft der Rentnerin vorlegte, stand in krakeligen Buchstaben ihr Familienname, aber die Unterschrift war eindeutig gefälscht.

Ein Energiekonzern hatte der Witwe aus Stockheim im Februar 2016 das Exemplar des Vertrages zukommen lassen und damit die weitere Lieferung von Strom und Gas bestätigt.

Ins Visier der Ermittler geriet ein heute 35 Jahre alter Mann aus Kall. Er hatte als Mitarbeiter eines Subunternehmens damals zahlreiche Haushalte aufgesucht, um Strom- und Gaslieferverträge zu akquirieren. Nach ersten Ermittlungen klagte die Staatsanwaltschaft den Mann wegen Betrugs und Urkundenfälschung an.

Die heute 80-Jährige erkannte den Angeklagten im Gerichtssaal wieder und erzählte, sie habe damals angenommen, er wolle die Zählerstände ablesen. An der Haustüre habe sie dem Mann, der von einem günstigeren Tarif sprach, aber gesagt, er solle dies schriftlich schicken. Im Moment hätte sie ohnehin keine Zeit, weil sie einen Termin habe. Der Angeklagte gab an, sich an die Frau nicht erinnern zu können. Das gelte auch bezüglich eines Wiedererkennens im Gerichtssaal. Allerdings habe er damals täglich sechs bis zehn Verträge abgeschlossen.

Die Beweisführung gestaltete sich schwierig. Sämtliche Verträge von ihm und seinen vier Kollegen seien abends eingesammelt worden. Wer letztlich mit dem Namen der alten Damen das Formular unterschrieben habe, ließ sich nicht eindeutig ermitteln. Bei Provisionen für Strom und Gas in Höhe von jeweils 28 Euro blieb der wirtschaftliche Schaden zudem ebenfalls überschaubar.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte schließlich das Verfahren gegen den bisher unbescholtenen Angeklagten gegen Zahlung einer Geldauflage von 300 Euro an eine soziale Einrichtung einzustellen.

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