Eine App für Düren: Junge Union auf dem Vormarsch

Von: Valerie Barsig
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Julia Dinn, Kreisvorsitzende der Jungen Union Düren, und Florian Köhl, der im Vorstand der JU Kreis Düren sitzt, fordern freies Internet an Haltestellen und in Bussen in Düren und im Kreis. Foto: Valerie Barsig

Kreis Düren. Mit 14 ist Florian Köhl in die Junge Union eingetreten. Inzwischen geht der 16-Jährige in die 11. Klasse des Burgau-Gymnasiums, ist in der Schülervertretung und politisch aktiv. Er findet es gut, dass er in seiner Arbeit im Vorstand der Jungen Union das, was seine Mitschüler auf dem Herzen haben, einbringen kann und gleichzeitig vermittelt, wie Politik auf kommunaler Ebene funktioniert. „Ich bin für die vielen Ideen dankbar“, sagt Köhl im Interview mit der Dürener Zeitung.

Mit Julia Dinn, Kreisvorsitzende der Jungen Union, spricht er über die Jugendkonferenz „Jugend macht Stadt“, die im April stattfand. Dabei haben die Jugendorganisationen der Parteien geholfen, Jugendliche und Politiker an einen Tisch zu bringen. So sind konkrete Ideen für Düren entstanden, die nach und nach mit Hilfe der jungen Parteiorganisationen umgesetzt werden sollen. Die JU‘ler haben ihren Schwerpunkt auf das Thema Mobilität und Infrastruktur gelegt.

Die Junge Union arbeitet an einer App für Düren. Worum geht es?

Köhl: Die App „Deine Düren App“ soll sich nicht nur an junge Menschen richten, sondern an alle. Wir haben einen Prototypen entwickelt, den wir jetzt gerne umsetzen würden. Wenn rechtlich alles klappt, wie wir es uns wünschen, enthält die App einen Stadtplan, Sehenswürdigkeiten, aber auch Cafés, Schwimmbäder und Theater.

Das könnte man bei Erfolg auch auf den ganzen Kreis ausweiten. Zusätzlich gibt es die Rubrik „Events“, in der Jugendliche sehen können, was in der Stadt und im Kreis los ist. In der Rubrik „Aktuelles“ kann man Nachrichten aus Düren und Jülich bekommen.

Dinn: Die App beinhaltet auch ganz praktische Hinweise, zum Beispiel wo Ärzte sind oder das Krankenhaus. Sie soll auch für Menschen sein, die sich in Düren überhaupt nicht auskennen.

Aber bekommt man solche Infos nicht auch im Internet?

Dinn: Eine App ist schlicht kompakter und viel praktischer für Smartphone-Benutzer. Ansonsten muss man sich ja alles einzeln heraussuchen.

Bei der Jugendkonferenz habt ihr euren Schwerpunkt auf das Thema Mobilität und Internet gelegt. Ist das ein jugendspezifisches Thema?

Dinn: Nein, ältere Menschen nutzen Bus und Bahn ebenso – Mobilität betrifft alle hier im Umkreis. Natürlich sind aber junge Menschen ohne Auto diejenigen, die viel mit dem Bus fahren. Für sie ist es wichtig, dass man auch spät noch den ÖPNV nutzen kann, dass man leicht in die Grenzregion kommt, nach Köln oder Aachen.

Köhl: Sie fragen sich zum Beispiel, warum die Rurtalbahn nur jede halbe Stunde fährt oder der Bus in Stockheim so selten. Das sind wichtige Themen, die uns bewegen, weil wir tagtäglich mit ihnen zu tun haben.

So wie auch mit dem Freifunk...

Köhl: Ja, denn es gibt ihn noch nicht flächendeckend in Düren. Es gibt zwar einige Hot Spots, zum Beispiel bei den Stadtwerken, die teilweise den Kaiserplatz abdecken, aber an vielen anderen Stellen gibt es überhaupt keinen Hotspot. Deshalb haben wir vorgeschlagen, an Bushaltestellen freies W-Lan einzurichten, was jetzt auch an den Haltestellen geschehen wird, die digitale Anzeigen bekommen.

Zwischen 50 und 70 Euro kostet es, so einen Router zu installieren. Derjenige, der dann an der Bushaltestelle steht, kann per Internet dann genau sehen, wann der Zug fährt, den er als nächstes nutzen will, oder welches Café an der Bushaltestelle ist, an der er aussteigt. Das ist nicht nur das, was Jugendliche möchten, es ist auch für Touristen sinnvoll, die nach Düren kommen, oder auch für jeden anderen aus dem Kreis, der auf dem Laufenden bleiben will.

Dinn: Es entspricht der Realität, in der sich Jugendliche bewegen und führt zu einer Steigerung der Attraktivität des ÖPNV. Wir sehen es als einen logischen nächsten Schritt zu einer vernetzten Stadt. Und seitdem die Störerhaftung aufgehoben wurde, sind auch wichtige rechtliche Hindernisse beseitigt.

Köhl: Deshalb setzen wir uns auch für W-Lan in Bussen ein. Dazu laufen gerade Gespräche mit der Telekom und der Stadt Düren – denn das Internet soll kostenfrei sein. Wenn man als Schüler eine halbe Stunde im Bus fahren muss, macht das Internet das Busfahren schlicht attraktiver.

Auf dem Rückweg von der Schule könnte man so auch schon mal für die Hausaufgaben recherchieren. Der Knackpunkt bei den Verhandlungen liegt bei dem Preis für den hohen Verbrauch von Mobilen Daten während der Fahrt in den Bussen.

Ein anderes Thema ist das Schülerticket.

Köhl: Wenn Schüler aus Düren nach Köln fahren wollen, kostet das 15 Euro für die Fahrt hin und zurück. Für einen Schüler ist das viel. Deshalb versuchen wir, Vertreter der Deutschen Bahn, des AVV und des VRS an einen Tisch zu holen. Bisher hat das noch nicht geklappt.

Die drei Unternehmen müssen sich aber einigen, damit es zum Beispiel ein spezielles Schülerticket gibt, das günstiger ist. Selbst zwei Euro weniger würden ja schon helfen und sich für Jugendliche bemerkbar machen.

Dinn: Natürlich ist es nicht so einfach, weil jeder Verkehrsverbund seinen Teil der Strecke bezahlt bekommen möchte, aber für den Geldbeutel von Schülern wiegen 15 Euro schon schwer. Da sich aber drei Unternehmen einigen müssen, geht das nicht von heute auf morgen. Aber ich bin guter Dinge, dass wir an der Stelle etwas verändern können. Die Frage ist nur, wann. Ende der Serie

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