Düren - Einbruchsflut: Alleine ist die Polizei chancenlos

Einbruchsflut: Alleine ist die Polizei chancenlos

Von: Christoph Lammertz
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Schlecht gesicherte oder gar gekippte Fenster und Gartentüren sind eine Einladung für Einbrecher. Derzeit gibt es im Kreis Düren wieder eine wahre Flut von Einbruchsdelikten.

Düren. Man darf es wohl so formulieren: Die besten Ermittler sind Sie und ich. Das ist zumindest die Antwort der eigentlichen Profis auf die Frage, wie sich die aktuelle Flut von Einbrüchen eindämmen lässt. Ohne die Hilfe der Bevölkerung kann die Polizei wenig ausrichten.

Das räumt Kriminalrat Ingo Wünsch, der Leiter der Direktion Kriminalität in der Kreispolizeibehörde Düren, freimütig ein. Und deshalb appelliert er angesichts der derzeitigen Lage mit täglich rund einem halben Dutzend Einbruchsdelikten an die Menschen im Kreis, genauer hinzuschauen und verdächtige Beobachtungen sofort bei der Polizei zu melden.

Über 900 Einbrüche im Jahr 2010?

„Es ist immer das Gleiche: In der dunklen Jahreszeit steigen die Zahlen bei den Einbruchsdelikten besorgniserregend an”, sagt Wünsch. Mehr als ein Viertel der Straftaten eines Jahres in diesem Bereich werden im November und Dezember verübt. So sorgt die aktuelle Einbruchsflut dafür, dass die Dürener Polizei ihr Ziel, die Zahl der Delikte zu reduzieren, trotz aller Vorbeugungsanstrengungen auch in diesem Jahr nicht realisieren kann. „Es läuft wie in den Vorjahren wieder auf über 900 Wohnungseinbrüche hinaus”, bedauert Wünsch. Und während diese Zahl offenbar nicht zu senken ist, ist eine andere kaum zu steigern - die der aufgeklärten Einbrüche. „Die Quote liegt bei nur knapp fünf Prozent”, räumt der Kriminalrat ein. Das liege in erster Linie daran, dass die Täter aus ganz Europa kommen. Sie reisen an, wählen mehr oder weniger nach dem Zufallsprinzip eine Autobahnausfahrt, dann eine ihnen geeignet erscheinende Wohngegend und das Haus, in dem ganz offensichtlich gerade niemand da ist.

An dieser Stelle kommen Sie und ich ins Spiel. „Wer in seiner Straße ein Auto mit fremden Kennzeichen und verdächtigen Personen sieht, der sollte das sofort bei der Polizei melden”, bittet Wünsch. „Es ist ganz wichtig, in solch einem Fall keine falschen Hemmungen zu haben”, betont auch der Sprecher der Kreispolizeibehörde, Willi Jörres. „Wir gehen mit den Informationen sehr diskret um. Es muss sich niemand Sorgen machen, dass wir mit seinem Namen in der Nachbarschaft hausieren.”

Anwesenheit vortäuschen

Aber es gibt noch mehr, was jeder von uns gegen Einbrecher unternehmen kann. „Es ihnen so schwer wie möglich machen”, nennt Kriminalrat Wünsch die Überschrift. Ein ganz wichtiger Faktor ist dabei, Anwesenheit zumindest vorzutäuschen. Das Licht anlassen, eine aufgeschlagene Zeitschrift und ein halb volles Glas auf dem Küchentisch stehen lassen, den Stuhl ein wenig vom Tisch wegziehen - das vermittele den Eindruck, das jemand nur mal kurz aufgestanden ist, sagt Wünsch.

Der zweite Punkt seien die Sicherungsmaßnahmen am und rund ums Haus. Dafür ist bei der Dürener Kreispolizei Günter Arnold der Fachmann. „Wichtig ist es, seine Fenster und Türen so zu sichern, dass den Einbrechern die Zeit gestohlen wird”, betont Arnold. „Sie wollen schnellstmöglich rein ins Haus und wieder raus. Wenn sie auf Widerstand stoßen, wird das Haus uninteressant.”

Welche mechanischen und elektronischen Sicherungsmaßnahmen anbieten, das stellt Günter Arnold regelmäßig in öffentlichen Vorträgen vor. Wer sich dort Tipps holt und sie umsetzt, der trägt dazu bei, dass zumindest ein positiver Trend bestätigt wird. „Die Zahl der Delikte, bei denen es beim Einbruchsversuch bleibt, nimmt langsam zu”, berichtet Ingo Wünsch. Die Quote sei zuletzt auf über 40 Prozent gestiegen.

Einbrüche lassen sich kaum verhindern, wohl aber erschweren

„Wir können keinen Einbrecher an seinem Vorhaben hindern. Wir können ihm die Realisierung aber so schwer wie möglich machen”, betont Wünsch noch einmal. Das gehe aber nur mit Hilfe von uns allen.

Nächster Vortrag am 14. Dezember

Günter Arnold bietet seinen nächsten Vortrag über Sicherheitsmaßnahmen am 14. Dezember, 19 Uhr, im Polizeigebäude, Aachener Straße 28, an.

Um Anmeldung wird unter 02421/9491100 gebeten. Konkrete Frage beantwortet Günter Arnold wegen der Dienstzeiten auch unter 02421/9498611.

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