Einbruchschutz: Lieber den Notruf einmal zu viel wählen

Von: Sarah Maria Berners und Stephan Johnen
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Dietmar Schorn führte unsere Leser kompetent ins Thema Einbruchschutz ein. Foto: Stephan Johnen

Düren. Keine drei Wochen ist es her, dass Einbrecher versucht haben, in das Haus von Uli Schellin einzudringen. „Sie haben die gesicherten Fenster aber nicht aufbekommen“, berichtete Schellin bei unserer Leseraktion zum Thema Einbruchschutz.

Die DZ und das Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz der Kreispolizeibehörde hatten 30 Leser zu einem Vortrag eingeladen. Uli Schellin, selbst Polizeibeamter, aber an diesem Abend als ziviler Zuhörer vor Ort, brachte mit der Schilderung seines „Falls“ auf den Punkt, was seine Kollegen Friedhelm Fink und Dietmar Schorn von der Kripo unseren Lesern mit auf den Weg gaben: „Stehlen Sie den Tätern Zeit.“

Türen und Fenster umrüsten

Je länger ein Einbrecher Türen und Fenster bearbeiten muss, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er den Versuch aufgibt und die Flucht ergreift. Und selbst einfache Fenster und Türen älteren Datums lassen sich meist von Fachbetrieben noch auf moderne Sicherheitstechnik umrüsten und verstärken (siehe unten stehende Bilderleiste). Kostenpunkt für einbruchshemmende Beschläge: etwa 200 Euro pro Fensterflügel rechnete Fink vor. Zu oft hätten es Einbrecher zu leicht, gab er zu bedenken. Schon mit einem einfachen Schraubendreher könne ein ungesichertes Standardfenster geöffnet werden. Die Statistik zeigt: Sechs Prozent der Einbrecher dringen über Kellerfenster und Kellertüren ein, elf Prozent über die Haustür, 34 Prozent über die Fenster und 49 Prozent über die Terrassentür. Bei 68,5 Prozent aller Fälle werden Fenster und Türen dabei schlichtweg aufgehebelt, nur in 1,5 Prozent aller Fälle werden Glasscheiben eingeschlagen.

„Wir wollen Ihnen keine Angst machen. Im Gegenteil, wir leben in einem sicheren Land“, stimmte Kommissariatsleiter Friedhelm Fink unsere Leser am Mittwochabend im Vortragsraum der Kreispolizeibehörde auf den Vortrag seines Kollegen Dietmar Schorn ein. Die zentrale Botschaft: Neben einer technischen Sicherung aller Schwachstellen von Haus und Wohnung sollte auch das eigene Verhalten unter die Lupe genommen werden. Werden Fenster und Türen korrekt verriegelt? Bleibt ein Fenster schon einmal auf Kipp stehen? Werden im Urlaub Nachbarn oder Verwandte benachrichtigt, damit Rollladen bewegt, der Briefkasten geleert und beispielsweise der Rasen gemäht wird? Liegen Wertgegenstände in vermeintlich sicheren Verstecken oder im Schließfach? Sind einige Lampen im Haus mit Zeitschaltern versehen? „Die fiktive Anwesenheit spielt eine große Rolle“, betonte Dietmar Schorn. Einbrecher würden nicht gezielt ein Haus aussuchen, sondern „irgendein Haus auswählen“. Je mehr Anzeichen es gibt, dass das Haus unbeaufsichtigt ist, desto eher werde der Einbruch versucht. Einen Appell richteten die Kriminalpolizisten daher an alle Nachbarn, Anwohner und Bürger: „Wählen Sie bei verdächtigen Beobachtungen immer den Notruf 110. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.“

Besondere Vorsicht sollten Bewohner auch bei Personen walten lassen, die klingeln und beispielsweise nach einem Glas Wasser oder einer Wegbeschreibung fragen. „Lassen Sie niemanden ins Haus“, riet Dietmar Schorn. Ehe man sich versieht, hätte sich eine zweite Person schon unbemerkt Zutritt verschafft. Auch bei vermeintlichen Bauarbeitern und Mitarbeitern von Energieversorgern sollten im Zweifelsfall Dienst- und Personalausweis verlangt werden. „Rufen Sie das Unternehmen an. Nur ein Betrüger wird deswegen sauer sein“, sagte Schorn.

Im Anschluss nutzten unsere Leser die Chance, sich im Gespräch mit Dietmar Schorn und Friedhelm Fink Systeme der Sicherungstechnik vorführen zu lassen. „Ich habe auch zehn Anfragen für einen kostenlosen Beratungstermin erhalten“, sagte Schorn. Hausbesitzer, Mieter und angehende Bauherren sind eingeladen, das Beratungsangebot anzunehmen. Für Infos und Terminabsprachen ist das Kommissariat unter Telefon 02421/9498700 zu erreichen.

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