Einblicke in die Archäologie vor Ort

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Archäologin Petra Tutlies zeigt im Stiftshof Wollersheim einen Krug aus dem Mittelalter, der wie ein Puzzle wieder hergestellt wird.

Wollersheim. Wo archäologische Fundstücke vermutet werden, ist das Graben in der Erde immer eine spannende Geschichte. Petra Tutlies, Leiterin der Außenstelle Nideggen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege in Wollersheim, übertrug diese Spannung auf die Gäste, die im Vortragsraum des Stiftshofs interessiert dem Bericht der Archäologin über Funde und Fundorte folgten.

Eingeladen hatte der Geschichtsverein Wollersheim, dessen Vorsitzender Albert Grein dem Publikum zur Begrüßung einen unterhaltsamen Abend prophezeite. Um es gleich zu sagen: Es wurde ein unterhaltsamer Abend.

Die Sensation: Lilith

Wesentlich dazu beigetragen haben zwei Dinge: einmal die Referentin Petra Tutlies, die kompetent und unterhaltsam vortrug, zum anderen sprachen die Funde und die Fundorte für sich. Petra Tutlies begann den Abend sogleich mit dem archäologischen Sensationsfund aus der allerjüngsten Vergangenheit: Lilith. Das Skelett einer jungen Frau wurde bei den Erdarbeiten im Rahmen der Autobahn-Verlegung entdeckt, die Bilder von Lilith gingen durch alle Medien.

Anhand von Bildmaterial verdeutlichte die Archäologin den Besuchern, mit welchen Widrigkeiten und Risiken die Bergung eines 7000 Jahre alten Fundes verbunden ist. Die Mitarbeiter des Stiftshofs waren an der Bergung selbst nicht beteiligt, ihnen genügte schon, dabei zu sein und alles dokumentieren zu dürfen. Das Skelett wird jetzt in Bonn weiter präpariert, um dann der Öffentlichkeit gezeigt werden zu können.

Die Geschichte vieler Generationen

Zurück zum Stiftshof und der täglichen Arbeit: Das LVR-Amt, Außenstelle Nideggen, ist zuständig für den Kreis Düren, den Rhein-Erft-Kreis, den Kreis Heinsberg, den Kreis Euskirchen und die Städteregion Aachen. Alle Fundstücke, die in dieser Region gefunden werden, obliegen der Aufsicht der Archäologen des Stiftshofs. Die Fundstücke entstammen meist der Steinzeit, der Bronze- und Eisenzeit und dem Mittelalter.

Petra Tutlies dokumentierte Funde des Jahres 2010 aus dem Zülpicher Raum, zeigte Grabungsstätten jungsteinzeitlicher Siedlungen, antike Gräberfelder, Siedlungsspuren aus der Bronzezeit und dem Hochmittelalter. Und dabei verwies sie immer wieder auf Punkte auf den Fotos, die in Form von Erdschichten und Funden die Geschichte vieler Generationen erzählen. Ungewöhnlich war der Fund eines Pferdeskeletts und das einer kleinen Ziege aus dem 18. Jahrhundert in Zülpich. Die Tiere sind, so die Aussage der Wissenschaftler, einer Seuche zum Opfer gefallen.

Ehrenamtliche Helfer

Aber nicht nur die Archäologen des LVR-Amtes graben, sondern auch private Fachfirmen, die im Auftrag von Bauwilligen eine Fläche untersuchen, um damit eventuell Zeit zu sparen.

Zahlreich sind die zufälligen Funde, die gemeldet werden. Nicht gerne gesehen ist die systematische Suche von Privatleuten, die mit Metalldetektoren hinter den Pflugscharen der Bauern nach Metall suchen. Für die Archäologie oft ein großer Verlust. „Worauf wir aber nicht verzichten können”, sagte Petra Tutlies den Zuhörern, „das sind die vielen ehrenamtlichen Helfer, die uns ohne Eigennutz in unserer Arbeit unterstützen.”

Petra Tutlies und auch Albert Grein verwiesen auf das Stiftshoffest in diesem Jahr, denn „Öffentlichkeitsarbeit hat beim LVR-Amt einen großen Stellenwert”.
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