Heimbach - Ein Zehnjähriger ist der Star des Abends

Ein Zehnjähriger ist der Star des Abends

Von: Beate Weiler-Pranter
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Vor dem Konzert begrüßte Lar
Vor dem Konzert begrüßte Lars Vogt (3.v.l.) die Gönner und Sponsoren des Kammermusikfestivals „Spannungen”. Foto: bwp

Heimbach. „Endlich geht es los!” Dieser Satz war häufig hinter den Kulissen zu hören. Tagelang hatten Musiker, Organisatoren und Sponsoren diesem Moment entgegengefiebert.

Während die traditionellen Trompetenklänge der Turmbläser über das idyllische Staubecken wehten, strömten die geladenen Gäste zur Auftaktveranstaltung ins Heimbacher Kraftwerk.

Bereits zum 15. Mal findet das renommierte Kammermusikfestival „Spannungen” in dem malerischen Jugendstil-Bau statt. „Die Turbinen schweigen, wenn flinke Finger auf der Tastatur oder den Saiten sprechen”, betonte Dr. Johannes Lambertz, Vorstandsvorsitzender des Hauptsponsors RWE, in seiner Begrüßungsrede. Und Mitstreiter Dr. Hans-Joachim Güttler vom „Arbeitskreis Spannungen” präzisierte unter dem Applaus der Gäste: „Wir werden den Weg des engagierten Kultursponsorings weitergehen.” Auch zu Zeiten knapper Kassen. Eins steht nach dem diesjährigen Auftakt-Abend fest: Spannungen 2013 ist gesichert.

„Wenn unser Festival ein Kind wäre, steckte es mit 15 Jahren nun voll in der Pubertät”, witzelte Lars Vogt in seiner Begrüßungsrede. Doch der Entdeckungsdrang sei weiterhin ungebrochen. „Die Familie ist wieder beisammen”, freute sich der Festival-Initiator auf den Auftritt der diesjährigen Stipendiaten, während hinter der Bühne ganz selbstverständlich ein Kinderwagen durchs Kraftwerk geschoben wurde. Dieses gelebte Miteinander zwischen Weltklasse-Musikern, Nachwuchstalenten und Hilfskräften vor Ort machen den unverwechselbaren Charme des Festivals aus.

Auch dieses Jahr haben die Sponsoren ein enges Netzwerk zu den Nachwuchsmusikern aus der ganzen Welt geknüpft. Die 1994 in Albanien geborene Pianistin Anna Rita Hitaj gastierte erstmalig in Heimbach und brillierte mit Mozarts Sonate für Klavier D-Dur KV 576.

Kraftvoll und strahlend interpretierte die 25-jährige chinesische Geigerin Wanzhen Li anschließend Dvoraks Trio für Violine, Violoncello (Alban Gerhardt) und Klavier f-moll op. 65. Am Flügel: Der 1995 in Österreich geborene Pianist Aaron Pilsan. Bereits zum vierten Mal überzeugte der Spannungen-Stipendiat das Publikum in dem 1904 errichteten Kraftwerk, dessen Flair und Magie auch diesmal wieder die Besucher in seinen Bann zog.

Den Titel als „Publikumsliebling” muss der smarte Österreicher aber wohl an David Werein abtreten. Bei „Spannungen Spontan”, einem gesponserten Konzert für Schulklassen der Region, war der Grundschüler vergangenes Jahr als begnadeter Saxophonist aufgefallen. „David hat damals das Kraftwerk gerockt”, erinnerte sich Monika Hoenen, die Jugendbeauftragte bei Spannungen. Seine hohe Musikalität und sein Improvisationstalent in Sachen Jazz verblüfften damals nicht nur die Profi-Musiker.

Um dieses Talent nachhaltig zu fördern, wurde dem Zehnjährigen nun der erste Förderpreis des Kunstfördervereins zugesprochen. Somit sind seine Flöten- und Saxophonstunden an der Musikschule Langerwehe für ein Jahr lang finanziert. Hoch konzentriert musizierte der Knabe, der mittlerweile die 5. Klasse des Stiftischen Gymnasiums in Düren besucht und dort in der Junior-Band der Schule Saxophon spielt, gemeinsam mit Lars Vogt. Dabei war er stehend gerade einmal so groß wie der sitzende Lars Vogt vor seinem Flügel. „Uns ist bewusst, dass es hier in der Region viele förderungswürdige Nachwuchstalente gibt”, formulierte Monika Hoenen. „Und ohne die vielen Lehrer, die sich vor Ort abstrampeln, um der klassischen Musik eine Plattform zu geben, wäre unser Programm ?Spannungen spontan undenkbar.”

Und so geht der zweite Förderpreis an die Trommelklasse der Katholischen Grundschule Gürzenich. Seit 25 Jahren setzt Hildegard Kuhne ihre Idee konsequent um, eine ganze Klasse während der gesamten Grundschulzeit gemeinsam trommeln zu lassen. „Mit verschiedenen Rhythmusinstrumenten wird der gemeinsame Groove geschult, bis schließlich selbst komplexe Rhythmus-Musik auf beeindruckend hohem Niveau von allen gemeinsam zur Aufführung gebracht werden kann”, heißt es in der Begründung. Von dem Preisgeld sollen nun weitere Instrumente angeschafft werden.
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