Ein Wahrzeichen aus Stahl made in Düren

Von: Burkhard Giesen
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Das in Düren gefertigte 30 Meter hohe Saarpolygon auf der Halde Ensdorf entwickelt sich zum touristischen Magneten. Foto: imago/Becker&Bredel; Thorsten Hübner; saarland/wt
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Ab Januar schmückt es auch eine neue Sonderbriefmarke.
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Am Mittwoch wird das ebenfalls beim Dürener Stahlbauer Queck produzierte neue Haldenzeichen für die Stadt Hamm eingeweiht.

Düren. Als am Mittwoch um 17 Uhr die Besucher mit der Taschenlampe anrückten, mussten sie die Halde 5 im Lippepark in Hamm erklimmen. Dort steht ein knapp 25 Tonnen schwerer Koloss vor ihnen: Das neue Haldenzeichen, das den im Jahr 2002 verfüllten Förderschacht „Franz“ ziert.

Hergestellt wurde das weithin sichtbare neue Wahrzeichen in Düren bei der Stahlbaufirma Queck.

„Bei der Skulptur handelt es sich um eine Stahlkonstruktion aus drei Rohrstützen mit einer gewundenen Rampe mit Podest“, erläutert Projektleiter Michael Bergrath vom Dürener Stahlbauer. Rund zwei Monate hat man an dem Objekt gearbeitet und damit die Vorgaben eines Architekturbüros umgesetzt.

Einmal vollständig montiert

Fast acht Meter ist die Skulptur hoch, knapp sieben Meter im Durchmesser. „Wegen der besonderen Anforderungen des Bauwerks wurde das Haldenzeichen in Düren einmal vollständig errichtet, wieder in einzelne Segmente zerlegt, lackiert und anschließend in Hamm auf dem Schacht Franz montiert“, erläutert Tobias Köbberling, Sprecher der Stadt Hamm. Insgesamt lässt die Stadt Hamm gleich fünf dieser Haldenzeichen baugleich anfertigen, die in der ehemaligen Zechenstadt an fünf Standorten auf die Geschichte des Bergbaus aufmerksam machen sollen. „Die Ausschreibung für die nächsten beiden Skulpturen soll Anfang 2017 erfolgen. Wir hoffen natürlich auch diese Aufträge zu bekommen“, sagt Projektleiter Michael Bergrath vom Dürener Unternehmen.

Mit begehbaren Aussichtsplattformen hat die Firma Queck inzwischen ausreichende Erfahrungen gesammelt. Erst im September konnte nach zwei Jahren Vorbereitungszeit ein viel größeres Projekt endlich realisiert werden: das Saarpolygon, ebenfalls ein Haldenzeichen. Das begehbare Denkmal befindet sich in Ensdorf auf einer Bergehalde des Bergwerkes Saar und soll an die 250-jährige Geschichte des Bergbaus im Saarland erinnern.

Das Polygon wurde von einem Berliner Architektenduo entworfen und konnte sich in einem Wettbewerb gegen knapp 150 Mitbewerber durchsetzen. Es ist rund 30 Meter hoch und wird von einem 35 Meter breiten Querstück überspannt. Von beiden Seiten führen genau 132 Stufen in 25 Meter Höhe.

Allein die Aussichtsplattform wiegt rund 60 Tonnen. Insgesamt bringt der in Düren gefertigte Stahlkoloss rund 230 Tonnen auf die Wage. Für die Dürener Stahlbauer war das ein besonders anspruchsvolles Projekt, weil die Elemente relativ kleinteilig vor Ort angeliefert und montiert werden mussten. Da sich das Polygon auf einer Halde befindet, war eine Anlieferung von großen Stahlelementen zu kompliziert. Schon bei der Vorstellung der Pläne war Projektleiter Volker Laufenberg begeistert: „Von da oben kann man dann bei gutem Wetter bis nach Frankreich und Luxemburg gucken.“

Die Form des Polygons steht für die Stützelemente, die im Bergbau unter Tage verwendet wurden. Die Baukosten von rund zwei Millionen Euro wurden durch Landesmittel, Geld der RAG-Stiftung und Spenden von Firmen, Verbänden, Vereinen und Privatpersonen aufgebracht.

Im Saarland hat sich das Wahrzeichen inzwischen zum touristischen Magneten entwickelt, zumal es sich je nach Blickwinkel in einer anderen Form zeigt und in der Dunkelheit beleuchtet wird. Ab 1. Januar ziert das in Düren produzierte Wahrzeichen auch eine Sonderbriefmarke zum Jubiläum „60 Jahre Saarland“.

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