Vossenack - Ein urkomisches Duell zwischen Piano und Flöte

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Ein urkomisches Duell zwischen Piano und Flöte

Von: niko
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Ingo Koch - in dieser Szene als DJ Ötzi - begeisterte wie seine Mitspieler das Vossenacker Publikum mit überzeugenden schauspielerischen Leistungen. Foto niko Foto: niko

Vossenack. „Es ist mir eine Ehre, Sie nun in die Welt der Klassik entführen zu dürfen”, begrüßte Ingo Koch etwas distinguiert das bestens aufgelegte Publikum am in der Aula des Franziskus-Gymnasiums in Vossenack. Ja, es hätte alles so schön sein können, Wolfgang Amadeus Mozarts „Kleine Nachtmusik” - doch seine Partnerin Vera Cremer hatte Anderes im Sinn, das ein normales Konzert schnell in weite Ferne rücken ließ.

„Leidenschaften in G-Dur” ist der siebte Streich des exART-Musiktheaters aus der Feder von Regisseur Clemens Amendt und handelt von dem ungleichen Paar Vera und Ingo, die sich scheinbar nur wegen ihres musikalischen Könnens zusammengefunden haben.

Er, ein kontrollierter Vernunftmensch, möchte mit seiner Querflöte die wahre Musik seinem Publikum näher bringen. Sie, eine post-pubertierende Zicke, die ihre Gefühlsschwankungen nicht nur musikalisch auslebt. Auf der Bühne entbrennt ein leidenschaftlicher Zweikampf zwischen Klavier und Querflöte, Pianistin und Flötist, Frau und Mann.

„Bleibt cool, Euer Blut wird heute Abend schon noch pulsieren”, verspricht Vera Cremer. Und sie hat in dem gut zweistündigen Musicalcomedy nicht zu viel versprochen. Die Spielwiese der beiden Protagonisten reicht von Eifersucht und Macht bis zu Neid und Lust.

Glänzend setzen sie ihr schauspielerisches Talent ein, um so manche Lachträne in die Augen der Zuschauer zu zaubern. Nebenbei beherrschen sie exzellent ihre Instrumente und entbrennen ein musikalisches Feuerwerk von Rock über Klassik bis zu HipHop und Jazz.

Auf die Bühne verirrt

Natürlich darf bei den Laienschauspielern Hausmeister Werner Bärnard (Martin Petzold) nicht fehlen. Und wenn dann auch noch der Musiker Winnislaw (Bruder Winfried Abs) auf der Suche nach dem Eurogress sich mit seinem dicken Kontrabass auf die Bühne verirrt und seine russische Seele beim Kalinka-Tanzen zeigt, der Rapper Gunni (Gunnar Leschenar), genannt Puschel, Ingo schier zur Verzweiflung treibt, und die spanische Tänzerin Dolores (Britta Butz) ihre Verführungskünste zum Besten gibt, dann werden die Lachmuskeln aufs Äußerste strapaziert.

Wer nun gedacht hatte, dass Ingo nur der dröge Klassiker aus Schmidt wäre, der sah nicht seinen Ausbruch als DJ Ötzi, dem alle Frauenherzen in der Aula zuflogen und auch nicht, wie er Elvis live und wahrhaftig auf der Bühne auferstehen ließ. Nie wurde es auf der Bühne still.

„Leidenschaften in G-Dur” ist einfach urkomisch, spritzig und abgefahren. Am Ende siegt doch noch die Klassik, auch wenn Ingo als leibhaftiger Wolfgang Amadeus Mozart theatralisch das Ruder rumreißt. Zwei Vorhänge und minutenlange stehende Ovationen unterstreichen die sehr gute Leistung des exART-Musiktheaters aus Vossenack - vor allem der beiden Schüler aus der zwölften Jahrgangsstufe, Vera Cremer und Ingo Koch.
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