Niederzier - Ein Unsichtbarer Geisterfahrer?

Ein Unsichtbarer Geisterfahrer?

Von: red/pol
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Niederzier. „Erfolgloses Glücksspiel” - so bezeichnet es die Polizei - betrieben am Dienstagabend zwei Dürener, als sie die im Straßenverkehr notwendige Sorgfalt und Verantwortung völlig außer Acht ließen und dadurch letztlich nicht nur sich selbst Schaden zufügten.

Kurz nach 23 Uhr hatte sich eine 26-jährige Autofahrerin auf den Weg gemacht, um einen Bekannten von einem Automatenkasino abzuholen. Nachdem der 37 Jahre alte Dürener nach Verlassen der Spielothek in den Wagen gestiegen war, schlug das Unglück in Huchem-Stammeln auf der Straße Rurbenden zu, denn die Frau kam mit dem Pkw nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen dort ordnungsgemäß geparkten Lkw mit Anhänger.

Erstes Resultat dieses Malheurs: für mehrere tausend Euro Schäden an den Fahrzeugen, die Notwendigkeit eines Abschleppdienstes und Pech auch für den Beifahrer, der sich eine dicke Kopfverletzung bei dem Zusammenprall einhandelte, weil er nicht angeschnallt war. Eher glücklich war er dann darüber, dass der Rettungsdienst inklusive Notarzt so schnell eintrafen und ihn nach einer Erstbehandlung noch zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus transportierten.

Doch lässt sich die glücklose Bilanz zumindest für die Fahrerin weiter fortschreiben. Zunächst erzählte sie den eingesetzten Polizeibeamten, ein Geisterfahrer sei Schuld an ihrem Unfall gewesen. Unglücklicherweise traf sie auf erfahrene Beamte, denen die Umstände nicht plausibel vorkamen.

Sie ermittelten noch intensiver, so dass die Frau schließlich einräumen musste, nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Statt dessen war es so, dass sie sich zum Unfallzeitpunkt sehr intensiv mit ihrem Begleiter unterhalten hatte, bis sie merkte, auf der falschen Fahrspur zu sein. Dann habe sie unglücklicherweise das Lenkrad verrissen, sagte die 26-Jährige, und sei gegen den Lkw gefahren. Der Abend wollte auch nach dem Crash nicht unbedingt ins Glück münden, denn auch die Tatsache, dass sie offenbar Alkohol getrunken hatte, blieb nicht verborgen.

Lediglich aus Sicht der Polizei konnte man aufgrund der festgestellten 0,7 Promille Atemluftalkoholkonzentration noch von einem „positiven Ergebnis” sprechen. Das Gegenteil eines Hauptgewinnes waren dann auch die unmittelbaren Konsequenzen für die Dürenerin, die zudem einräumte Drogen konsumiert zu haben. Erst nach der Entnahme einer Blutprobe auf der Wache und der vermutlich für sehr lange Zeit andauernden Inverwahrungnahme ihres Führerscheines wurde die Beschuldigte wieder entlassen.

„Für nachhaltigen Missmut dürfte sicher auch das nun gegen sie eingeleitete Strafverfahren beitragen, das aber nichts mit Pech oder Unglück zu tun hat, weil sie es sich - ohne Rücksicht auf die Gefahren für andere - selbst eingehandelt hat”, schreibt die Polizei in ihrer Mitteilung.
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