Nörvenich - Ein „Treffpunkt für alle“ in der Neffeltalhalle in Nörvenich

Ein „Treffpunkt für alle“ in der Neffeltalhalle in Nörvenich

Von: Sandra Kinkel
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Die Verantwortlichen von „Nörvenich hilft“ freuen sich über ihr neues Zuhause. Foto: Sandra Kinkel

Nörvenich. Das kleine Ladenlokal an der Bahnhofstraße platzt aus allen Nähten. Die Menschen lachen, erzählen – es gibt etwas zu feiern. Auf Initiative des Vereins „Nörvenich hilft“ gibt es seit Donnerstag in der Neffeltalhalle einen „Treffpunkt für alle“.

2014 haben in Nörvenich engagierte Bürger damit begonnen, den damals gerade angekommenen Flüchtlingen zu helfen. „Wir wollten damals eine Willkommenskultur ins Leben rufen“, sagt Dr. Patricia Peill, CDU-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende von „Nörvenich hilft“.

Angefangen habe alles mit einer Kleiderkammer, einem Begegnungscafé und Deutschkursen. „Anfangs“, erinnert sich Peill, „haben wir sogar aufsuchende Sprachkurse angeboten. Das heißt, wir sind zu den Leuten in die Einrichtung gegangen und haben sie dort unterrichtet.“ Im November 2015 wurde der Verein „Nörvenich hilft“ gegründet, die Flüchtlinge wurden zum Großteil im alten Hauptschulgebäude untergebracht. Peill: „Dort gab es natürlich genug Platz.“

Als das Hauptschulgebäude nicht mehr zur Verfügung stand, weil ein Investor das Gelände gekauft hat, haben die Verantwortlichen von „Nörvenich hilft“ einen Raum im Keller der Sporthalle bekommen. Peill: „Wir hatten einfach zu wenig Platz, und der Raum war auch sehr dunkel.

Wir mussten unbedingt eine andere Lösung finden.“ Und die haben die Vereinsmitglieder mit dem leerstehenden Ladenlokal an der Bahnhofstraße gefunden. „Natürlich ist das ein Risiko, vor allem, weil wir die komplette Miete selbst aufbringen müssen. Das ist schon viel Geld.“

„Damit setzen wir ein Statement“

Außerdem würde man mit einem solchen Integrationszentrum mitten im Ort auch eine gehörige Portion Verantwortung übernehmen. „Damit setzen wir ein Statement“, sagt die Vorsitzende von „Nörvenich hilft“, „aber das ist uns auch sehr wohl bewusst.“

Die neuen Räume bieten Platz für die Kleiderkammer, einen großen Tisch, an dem Nörvenicher und Flüchtlinge miteinander ins Gespräch kommen können, und ein Büro mit einem Computer, der beispielsweise für Bewerbungsschreiben genutzt werden kann.

Eins ist den Ehrenamtlern von „Nörvenich hilft“ besonders wichtig: Im neuen Treffpunkt sind alle Menschen willkommen. Jeder darf in der Kleiderkammer für wenig Geld gut erhaltene Sachen einkaufen. „Wir verlangen keinen Nachweis von Bedürftigkeit“, sagt Peill. „Wer zu uns kommt und etwas braucht, der braucht wirklich etwas. Daran gibt es keinen Zweifel.“

Mit dem neuen Treffpunkt hat „Nörvenich hilft“ einen Integrationsraum mitten im Zentralort geschaffen. „Natürlich wissen wir auch, dass es manchmal Tendenzen gibt, die Flüchtlingen gegenüber nicht gerade freundlich sind“, sagt Peill. „Aber Vorurteile können doch am besten dadurch abgestellt werden, dass man miteinander spricht. Und das kann man am besten an einem Ort mitten in der Gesellschaft. Und den haben wird hier.

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