Ein Top-Wissenschaftler redet in der Aula Klartext

Von: Christoph Hahn
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Keine Wissenschaft aus dem Elfenbeinturm: Physiklehrer Horst Engels (links) und Schulleiter Jürgen Pfaff (rechts) freuten sich über das rege Interesse der Obenstufen-Schüler am Vortrag des Top-Wissenschaftlers Dr. Axel Winter in der Aula des Stiftischen Gymnasiums zu Düren. Foto: Hahn

Düren. Irgendwann vor dem Abitur im Jahr 1999 wird es wohl gewesen sein. Da war Axel Winter noch kein Doktor (aber immerhin Sohn eines Physikers) und am Stiftischen Gymnasium in Düren Schüler von Horst Engels. Die Liebe zur Wissenschaft von Atomen und Energie hat der Pädagoge dem jungen Mann mit Erfolg eingeimpft.

Der arbeitet nämlich jetzt, zwölf Jahre später, als Mitglied eines internationalen Teams am Forschungszentrum von Caderache bei Aix-en-Provence in Südfrankreich und setzt alles daran, dass Kernfusion als Energiequelle zukunfts- und nutzungsfähig wird. Wie er das macht, hat er am Dienstag in der Aula seiner früheren Schule vor rund 300 Schülern der Oberstufe berichtet.

Das Zuhören war der Mühe allemal wert. Denn Winter kann nicht nur viel erzählen - er kann es auch in einer verständlichen, nicht Eingeweihte keineswegs abschreckenden Sprache tun. So bleibt während des rund einstündigen Vortrags mit anschließender Diskussion der Hintergrundgeräuschpegel erfreulich niedrig. Die jungen Frauen und Männer, die vielleicht eines Tages in Winters Fußstapfen treten könnten, hören konzentriert zu. Dafür gibt es im Gegenzug eine ordentliche Dosis Wissenschaft - und das mit einer gewissen Ansteckungsgefahr.

Daran, dass die Welt die Kernfusion brauchtk, besteht für Axel Winter kein Zweifel. Denn die Brennstoffe Deuterium und Tritium seien zum Beispiel im Meerwasser unerschöpflich vorhanden. Mehr noch: Verglichen mit der Kernspaltung sei bei der Fusion die anfallende Radioaktivität vergleichsweise gering. Und darum gilt für Winter: „Ein Katastrophe wie in Tschernobyl - das geht hier gar nicht.”

Doch nicht nur das Für der Fusionsenergie hat der Forscher in Düren ausführlich erläutert. Auch sein persönliches Abenteuer, die Mitarbeit am Aufbau des Reaktors ITER in Caderache, brachte Winter den Schülern im Stiftischen - übrigens sehr zur Freude nicht nur seines einstigen Physiklehrers Engels, sondern auch von Schulleiter Jürgen Pfaff - greifbar nahe. Denn auch wenn Dr. Axel Winter nach Abschluss seines Studiums an der Technischen Hochschule Aachen jetzt in Frankreich Spitzenforschung betreibt: Ein Mann aus dem Elfenbeinturm ist er darum noch lange nicht.
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