„Ein Stück Hamlet“: Einen schweren Stoff bekömmlich serviert

Von: Gudrun Klinkhammer
Letzte Aktualisierung:
11879743.jpg
Mit „Ein Stück Hamlet“ landet das „Junge Theater Düren“ in diesen Tagen im Rittersaal von Schloss Burgau einen echten Bühnenvolltreffer. Max Cremer (2.v.re.) spielt den Hamlet, Stephanie Wagner (3.v.re.) die Ophelia. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Das „Junge Theater Düren“ brachte am Wochenende „Ein Stück Hamlet“ auf die Bühne des Rittersaals im altehrwürdigen Schloss Burgau. Schon während der Premiere am Freitagabend vor 100 Besuchern war klar: Die jungen Schauspieler sind gut.

Den schweren Stoff kauft man ihnen ab, verständlich – vielleicht in diesem Moment noch die größte Kunst – vermitteln sie die Materie des englischen Dramatikers William Shakespeare (1564 bis 1616). Die einzelnen Bühnenfiguren besetzte Regisseurin Ursula Keppler mit erfahrener und gekonnter Hand. Max Cremer spielt den Hamlet. In der Rolle der Ophelia, die Hamlet zunächst liebt, dann zurückstößt: Stephanie Wagner.

Doch nicht nur die Besetzung der Rollen gelang der Regisseurin, auch das Bühnenbild überzeugte durch Klarheit. Es war weder altbacken noch avantgardistisch, einzig einige Vorhänge gliederten die Kulisse, zwischenzeitliche Videoeinspielungen gaben den zeitgenössisch passenden Touch. Da sich das ursprüngliche Theaterstück aus dem Jahr 1602 über mehrere Stunden erstreckt, erdachte das „Junge Theater Düren“ eine Kurzfassung, die eben den Titel „Ein Stück Hamlet“ trug. In 110 Minuten ohne Pause wurde der Fall einer höfischen Gesellschaft dargestellt.

Lajos Tar sorgte mit der Gitarre für die passende Musik. Ursula Keppler: „Wir haben uns bewusst entschieden, die 110 Minuten am Stück zu spielen. Eine Pause würde den Fluss der Geschichte stoppen.“ Die Sprüche, die „Hamlet“ fallen, sind ebenso legendär und zeitlos wie die Geschichte selbst. Claudius (Astrid Grenzdörffer) bringt seinen Bruder, den König von Dänemark, um. Kurze Zeit später heiratet er seine verwitwete Schwägerin Gertrud (Larissa Belz), Hamlets Mutter. Aufgrund unglücklichster Umstände bringt Hamlet Ophelias Vater Polonius (Noah Stumm) um. Ophelia wird wahnsinnig und begeht Selbstmord, Hamlet ersticht den König, auch seine Mutter stirbt.

Letztendlich segnet auch Hamlet das Zeitliche. Es fielen so berühmte Sätze, heute als Redewendungen im ständigen Sprachgebrauch wie „Je mehr verwandt, desto weniger befreundet“ und „Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“. In weiteren Rollen spielten Mira Christoffels, Jonas Becker, Mara Zilles und Aylin Kesdogan. Hinter der Bühne agierten Gregor Beller, Roswitha K. Wirtz, Benedikt Rosarius, Harald Lorberg als Souffleur, Marja Bardenberg und Sylvia Brinckwirth. Während das Publikum den Akteuren begeistert applaudierte, bedankten sich die Akteure wiederum bei den Besuchern für die Unterstützung ebenso wie bei den diversen Sponsoren, ohne die eine derartige Aufführung, die die Persönlichkeit der jungen Menschen formen kann, gar nicht möglich wäre. (Nächste Aufführung: Montag, 19 Uhr, Schloss Burgau)

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert