Ein Serieneinbrecher gesteht nur zögernd

Von: hp
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Ein 30-Jähriger muss sich derzeit vor Dürener Schöffengericht verantworten. Symbolfoto: dpa

Düren. Es bleibt spannend in einem Strafprozess um eine ganze Serie von Wohnungseinbrüchen vor dem Dürener Schöffengericht. Dort hat sich ein 30 Jahre alter Mann aus Serbien zu verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen November 2010 und Oktober 2012 an zehn Einbrüchen in Düren, Merzenich und Kreuzau beteiligt gewesen zu sein.

Die Ermittler waren auf den Mann aufmerksam geworden, nachdem DNA-Spuren verschiedener Tatorte abgeglichen worden waren (wir berichteten).

Das Gedächtnis streikt

Insgesamt zwölf Zeugen sollten am zweiten Prozesstag die Hintergründe der Fälle aufhellen. Denn zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte mit Hilfe einer Dolmetscherin und seines Verteidigers lediglich fünf Taten beziehungsweise Tatbeteiligungen zugegeben. Bei den Zeugenvernehmungen wurde immer wieder deutlich, dass zweieinhalb bis viereinhalb Jahre nach den Einbrüchen oft das Gedächtnis streikt. Selbst erfahrene Polizeibeamte mussten passen, wenn die Vorsitzende Richterin Verena Neft detaillierte Fragen zu den Tatorten stellte.

Außer sechs Polizeibeamten sagten vor Gericht auch fünf Geschädigte sowie die Nachbarin eines Opfers aus. Bei den Befragungen dieser Zeugen fokussierte sich das Interesse allerdings hauptsächlich auf den Wert der jeweiligen Beute und die durch Gewalteinwirkung entstandenen Sachschäden.

So schilderte ein Kaufmann, dass der oder die Täter in seinem Fall beim Aufhebeln des Fensters zunächst scheiterten und dann mit einem Pflasterstein die Scheibe zertrümmerten. Die Höhe des Sachschadens sei zudem größer geworden, weil neben dem Fenster auch ein Glastisch, eine Lampe und ein Blumentopf beschädigt worden waren. Die Befindlichkeiten der Opfer brachte eine Verkäuferin aus Merzenich auf den Punkt: „Die ganze Wohnung war durcheinander, das Fenster kaputt. Es sah ganz schlimm aus.“

Verschiedene Fußspuren

Interessant auch der Hinweis, dass an den Tatorten teilweise im Schnee Fußspuren mit bis zu drei verschiedenen Profilen vorgefunden wurden. Teilweise wurden auch Blutspuren sichergestellt, deren DNA-Analyse ausgewertet werden konnte. Der Prozess mit weiteren Zeugen wird am Donnerstag, 16. April, um 11.30 Uhr (Saal 1.07) fortgesetzt. Dabei steht unter anderem ein Einbruch im Mittelpunkt, bei dem der Wert der Beute besonders hoch war.

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