Düren - Ein Schuss Charme und eine Prise Erotik

Ein Schuss Charme und eine Prise Erotik

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Turbulente Komödie mit vielen Akteuren: Joan Shirleys Komödie „Kein Sex, kein Mord - aber eine Leiche” amüsierte das Publikum im Haus der Stadt zu Düren. Hier eine Szene mit - von links nach rechts - Beatrice Kaps-Zurmahr, Britta Kohlhaas, Heinz Drenker, Meike Gottschalk, Olaf Böhnert und Christina Knebel. Foto: Hahn

Düren. „Kein Sex, kein Mord - aber eine Leiche”: Das Stück hielt, was der Titel verspricht. Eine turbulente Handlung auf der Bühne, eine phasenweise verzwickte Handlung und eine Prise Erotik.

Die Boulevardkomödie von Joan Shirley bot im Haus der Stadt Dürener und anderen Fans der Komödie gediegene Unterhaltung. Das Ensemble, das die auf Stücke dieser Art spezialisierte Direktion Höckmann auf die Reise in die Kreisstadt geschickt hatte, erwies sich jedenfalls als im Boulevard-Metier ziemlich sattelfest. Heinz Drenker spielt den liebenswerten Lebenskünstler Bernie Anderson mit einem gehörigen Schuss Hallodri-Charme.

Mit britischem Understatement

In der Handlung voller Irrungen und Wirrungen ist Britta Kohlhaas als Bernies Ehefrau und Ärztin Nicole so etwas wie der ruhende Pol: Sie versteht es, ihre Komik mit britischem Understatement zu würzen.

Denn da ist die Inszenierung von Olaf Böhnert, der außerdem als Assistenzarzt Sebastian auf der Bühne steht, anders als der Titel suggeriert - nämlich alles andere als vordergründig, auch wenn Meike Gottschalk als Callgirl Angie Bernies Vorleben durchaus plakativ zur Gegenwart macht.

Mit Angies Reizen kann Christina Knebel als permanent schwangere Val nicht dienen. Dennoch zeichnet sie ihre Figur durchaus deutlich. Dabei gibt sie der Val etwas Alternatives und zugleich Prolliges. Dem gegenüber wirkt die Typenzeichnung von Doris Otto als leicht verwirrte Tante Dot leiser.

Die komischen Akzente, die diese Schauspielerin setzt, entgehen den Zuschauern gerade wegen der dezenten Spielart keineswegs. Otto braucht den Grundton leiser Verzweiflung anzureißen - und ist gerade deswegen direkt beim Publikum.

Letzteres gilt auch für Beatrice Kaps-Zurmahr als Bernies Tochter Polly, die ganz gut innerhalb der klassischen Theaterfächer als „jugendliche Liebhaberin” durchgehen mag. So bot „Kein Sex, kein Mord - aber eine Leiche” im Bühnenbild von Michael Körffer sowie den Kostümen von Ilse Höckmann und Britta Kohlhaas angenehme Unterhaltung am Abend.

Denn eines hat die Bühne dem Fernsehen voraus: Darsteller, die die Menschen im Saal hören und sonst wie spüren können. Genau auf diese Stärken des Theaters verlässt sich diese Produktion - und gelingt nicht zuletzt deshalb so gut.
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