Ein Schlosskonzert der Extra-Klasse

Von: Hannes Schmitz
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Sie boten ein Konzert allerhö
Sie boten ein Konzert allerhöchster Güte: Das „Ensemble Chiarina” mit ausgezeichneten Musikern des WDR-Sinfonieorchesters, die den Kammermusikabend zu einem Erlebnis machten. Foto: Schmitz

Düren. Musik „von und für gekrönte Häupter” stand im Mittelpunkt, die das Ensemble „Chiarina” mit Mitgliedern des WDR-Sinfonieorchester beim Schlosskonzert der Cappella Villa Duria darbrachte.

Es war ein Konzertabend voller Kontraste, mit einem nicht alltäglichen Programm, pfiffig zusammengestellt. Im Blickpunkt stand Friedrich der Große als Komponist, als Ideengeber und als musikalisch Geehrter.

„Wann atmet dieser Flötist?”

Der Abend begann mit der Sonate Nr.1 C-Dur für Flöte und Basso continuo, ein kompositorisches Werk des Preußenkönigs, das ihn von einer besonnen-musizierfreudigen Seite zeigt und ahnen lässt, dass er ein versierter Flötist war. Diesen Part hatte Jozef Hamernik übernommen und zeigte sich von überragender Klasse. Dem staunenden und begeisterten Zuschauer stellte sich angesichts der Brillanz, der ausdrucksvollen und fließenden Übergänge die simple Frage. „Wann atmet dieser Flötist?”

Farbliche Raffinesse und sorgfältige Detailarbeit, aber auch ein Publikum, das gefordert wurde, brachte die Triosonate aus dem „Musikalischen Opfer” mit dem von Friedrich dem Großen vorgegebenen „Königlichen Thema” von Johann Sebastian Bach. Eine Art Kirchensonate, die im obersten Stockwerk lautstärkenmäßig mit den Skunk-Proben im Erdgeschoss konkurrieren musste.

Die Klasse des „Chiarina-Ensembles” setzte sich aber mit seiner musikalischen Seriosität und klanglichen Homogenität durch, zwang die Zuhörer zur Konzentration, um diesem quasi zu „Studienzwecken” komponierten Stück zu folgen. Sie erlebten eine ausgewogene und einfühlsame Darbietung.

Ein Gegensatz dazu war Luigi Bocherinis Streichquartett A-Dur. Leichtigkeit zog durch das Schloss. Die Musiker hoben auf bemerkenswerte Weise Luigi Bocherinis originelle und manchmal skurrile musikalische „Clous” hervor.

Sinnesfreude pur, die noch gesteigert wurde beim Klavierkonzert f-moll, das Prinz Louis Ferdinand von Preußen komponierte. Ein Werk, das Tobias Koch auf den Leib geschrieben zu sein schien. Er erwies sich als ein sensationeller Pianist, der musikantisch und spielerisch die Anforderung meisterte.

Die Konzertbesucher erlebten eine kraftvolle, klangschöne Interpretation mit fast ergeben agierenden Musikern wie Adrian Bleyer, Johannes Stadelmann (beide Violine), Katharina Arnold (Viola) und Sebastian Engelhard (Violoncello).

Gespannte Gelassenheit

Hochkonzentriertes Emotionen wurde geboten - voller mitreißender Deutungen, von gespannter Gelassenheit bis zu einem musikalischen Feuer - so dass man beinahe ums Schlossgemäuer fürchten musste und so mancher Besucher von imposanten Anschlägen aus träumerischer Besonnenheit herausgerissen wurde. Es war ein Abend der Extra-Klasse in der Reihe der Schlosskonzerte mit ausgezeichneten Musikern.
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