„Ein Programm so spannend wie selten“

Von: Stephan Johnen
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Stellten das Festival-Programm vor: Walfried Heinen (RWE), Dr. Hans-Joachim Güttler, Lars Vogt und Ludwig Kons (RWE, von links).
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Bald darf wieder gelauscht und applaudiert werden. Ab Samstag werden die Kartenvorbestellungen angenommen. Foto: Stephan Johnen

Heimbach. Wie ein roter Faden zieht sich das Thema „Kammermusik um 1900“ durch das Programm. Für die Besucher des Kammermusikfestivals „Spannungen“ dürfte es also äußerst spannend werden: Schließlich weist dieses Datum aus Sicht des künstlerischen Leiters Lars Vogt auf eine „einmalige Zeit“ hin, auf einen Umbruch, wie es ihn in der Musik, im Theater und in der Malerei kein zweites Mal gab.

„Im Vorfeld des Ersten Weltkriegs brach sich die offene Harmonik den Weg und erweiterte die künstlerische Ausdruckspalette um ein Vielfaches“, blickt der Pianist mit Weltruhm und Dürener Wurzeln zurück. Genau zu dieser Zeit entstand auch das Heimbacher Jugendstilwasserkraftwerk, das zum 17. Mal mehr als nur Kulisse für das renommierte Festival sein wird.

Vom 9. bis 15. Juni wird Heimbach wieder ein „Hotspot“ für Freunde der Kammermusik, werden international bekannte Künstler mit Schülern musizieren, wird die besondere Atmosphäre mehr als 7.000 Besucher in ihren Bann schlagen. Zwei sogenannte Vorspann-Konzerte am ersten Juniwochenende läuten das Festival ein. Am Samstag, 7. Juni, ist das Kölner Kammerorchester unter Leitung von Lars Vogt (der auch der Solist des Abends ist) zu Gast, am Sonntag, 8. Juni, gehört das Bühnenpodest zwischen den Turbinen der „Next Generation“, den jungen Musikern und den Stipendiaten Caroline Goulding (Violine), Anastasia Kobekina (Violoncello), Aaron Pilsan und Jamie Bergin (Klavier).

„Das ist ein Programm so spannend wie selten“, freut sich Lars Vogt auf den Beginn des Festivals. Und er freut sich auf spannende Abende: Wie die Gegenüberstellung von Alexander Zemlinskys Streichquartett Nr. 2 op. 15 und Igor Strawinskys „Le Sacre du Printemps“ in der Fassung für Klavier vierhändig am Samstag, 14. Juni. Beide Werke aus der gleichen Entstehungszeit könnten unterschiedlicher kaum sein. Ein weiterer Konzertabend ist ganz dem Entstehungsjahr 1914 gewidmet. Am Mittwoch, 11. Juni, stehen Werke von Janacek, Kodály, Joplin, Webern und Ravel im Mittelpunkt, die in dem Jahr komponiert wurden, in dem die Welt in Brand gesteckt wurde.

Eine Überraschung soll die Gäste am Freitag, 13. Juni, beim Nachtkonzert ab 22.30 Uhr erwarten. „Kleine, virtuose Stücke, die sonst nicht ins Programm passen“, verspricht Lars Vogt. Um 19 Uhr erklingt am gleichen Tag ein Höhepunkt des Festivals: Die Uraufführung von Tatjana Komarovas Auftragskomposition für das Festival.

Beispielhaft genannt seien noch das Eröffnungskonzert am Montag, 9. Juni, das wiederum von Lars Vogt und Christina Oelze mit Liedern von Alban Berg eröffnet wird. Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 in der Bearbeitung für Kammerorchester von Erwin Streich erklingt am Dienstag, 10. Juni. Telemann, Eötvös, Schumann und Rachmaninow stehen am Donnerstag, 12. Juni, auf dem Programm.

Ludwig Kons von RWE Power lobte besonders das wegweisende Zusammenspiel von Künstlern und jungen Menschen, die an die Musik herangeführt werden sollen. Die Musiker besuchen im Rahmen des Projekts „Rhapsody in school“ Schulen, bei einem Werkstattkonzert sind 500 Schüler zu Gast in Heimbach. Dr. Hans-Joachim Güttler, Vorsitzender des Arbeitskreises Spannungen, bedankte sich im Namen des Kunstfördervereins Kreis Düren, der das Festival veranstaltet, bei allen Sponsoren und Unterstützern. Besonders dem Hauptsponsor RWE zollte er Respekt: „Danke, dass Sie den Mut haben, eine so lange Partnerschaft einzugehen.“ Zuvor hatte Ludwig Kons zwar vom „tiefen Tal“ gesprochen, in dem die deutsche Energiewirtschaft wandle, aber auch die Bedeutung des Festivals hervorgehoben. Die Partnerschaft ist bis 2016 besiegelt.

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