Heimbach - Ein Physiker überwindet Raum und Zeit

Ein Physiker überwindet Raum und Zeit

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
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Prof. Dr. Michael Grade - hier vor seiner Collage mit Christus als guter Hirt - schaut im Haus des Gastes in Heimbach auf 50 Jahre künstlerischer Tätigkeit zurück. Foto: Elberfeld

Heimbach. „Herzlich Willkommen”, hat Michael Grade im Alter von neuen Jahren unter das Bild eines Stiefmütterchens geschriebn, das er seiner Oma schenkte, die aus Vancouver (Kanada) zu Besuch kam.

Schon zu erahnen ist in diesem Bild die Liebe des Kindes zu Genauigkeit und kreativer Darstellung. Nach 50 Jahren nun wagt Prof. Dr. Michael Grade im Haus des Gastes in Heimbach eine Rückschau auf sein Werk. Es ist seine dritte Ausstellung an diesem Ort, seine insgesamt sechste in Heimbach. Es ist Grades 40. Ausstellung und in ihr zeigt er das Wachsen eines Künstlers im Lauf von fünf Jahrzehnten.

Blumen, Vasen, Stillleben

Gegenständlich fing alles an. An Blumen, Vasen, Stillleben erprobte sich das Kind. Beeindruckt und beeinflusst haben ihn indianische Künstler und die Eskimos im Norden Kanadas. Japanisch anmutende abstrakte Bilder hängen neben Stilrichtungen wie dem pointillistischen Impressionismus, wo mit einer Punkttechnik die Wahrnehmung der Farben auf der Netzhaut des Auges nachempfunden wird. In Vitrinen können Sammelobjekte aus Kanada begutachtet werden. Michael Grade bannte sie in verschiedenen Techniken und Materialien auf Papier oder Leinwand, wobei er den Kultobjekten seinen eigenen Ausdruck mitgab.

An den Bildern kann man detailliert die Entwicklung Grades ermessen. Auf gegenständliche Darstellungsformen und Abstraktionen wurde der Professor für Physik und Chemie zum „Artisten” der Collagetechnik. Zu Aussagen von Farbe, Form und Komposition gesellten sich immer mehr die Bedeutung der Konzeption und der psychologischen Tiefenwirkung.

Das zeigen besonders die Werke, die Grade in jüngster Zeit geschaffen hat. Es sind Abbilder von Heiligen und Devotionalien. Da lebt in der Mitte des Bildes das Jesuskind. Bildunterschrift: „Gebt Christus das Lächeln wieder!” Direkt daneben der erwachsene Christus als guter Hirte. Um diese Szene bauen sich Möglichkeiten auf, welche Karrierechancen Christus im normalen Leben mit all seinen Fähigkeiten gehabt hätte.

In einem anderen Gang lässt sich eine der neusten Techniken des Künstlers begutachten: Collagen in 3D-Technik mit mehreren optischen Ebenen. „Warum ich Collagen schaffe?”, sinniert Grade nur kurz: „Collagen überwinden Raum und Zeit. Ganz unterschiedliche Dinge werden miteinander verknüpft.”

Betrachtet werden können die Werke im Heimbacher Haus des Gastes täglich von 14 bis 17 Uhr bis zum 30. Januar.
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