Ein Orden für den Kreuzauer „Road-Runner“

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
7258297.jpg
Peter Kaptain (2. v.l.) und Willi Wink (r.) überreichten Koni Zens (2.v.r.) den Tillmann-Gottschalk-Verdienstorden. Eine Wanderauszeichnung, die Wolfgang Richter (l.), der im vergangenen Jahr den Orden erhielt, nun wieder abgeben musste. Foto: Hannes Schmitz

Kreuzau. Was haben „Brings“ und Koni Zens, der neue Träger des Tillmann-Gottschalk-Verdienstordens gemeinsam? Auf den ersten Blick scheinen Welten zwischen den Kölsch-Rockern und dem Ehrensenator der Kreuzauer KG „Ahle Schlupp“ zu liegen. Doch es gibt ein Band, das sie verbindet.

Beide setzen sich vehement für den Erhalt der Mundart ein. Mit ihrem Sessions-Hit „Ich bin ne kölsche Jong“ plädieren die weichen Rockmusiker für ursprüngliche kölsche Töne. Ein Anliegen, das den 83-jährigen „Krözauer Jong“, wie ihn der Leadsänger der Karnevalsgesellschaft „Menn“ Kempen „besang“, schon seit Jahrzehnten beschäftigt.

Pflege der Muttersprache

Fast schon „ewig“ widmete sich Koni Zens der Pflege der plattdeutschen Muttersprache, wie der Präsident der KG, Peter Kaptain und sein Vize, Laudator Willi Wink, äußerten. Seit 65 Jahren sei der Erhalt der ehrenamtlichen und traditionsreichen Brauchtumspflege eine Herzensangelegenheit für den Geehrten, der mit seiner Einstellung geradezu prädestiniert für den Orden sei, waren sich alle einig. Koni Zens gelte als „eine Stütze“ im örtlichen Karneval, der heute noch genauso aktiv mitmache, wie nach seinem Eintritt in die KG „Ahle Schlupp“.

Seit 1948 ist Koni Zens Mitglied, arbeitete im Vorstand als Geschäftsführer mit, organisierte den erfolgreichen Rosenmontagszug und ist heute noch in der Zugleitung mit „in Bewegung“. Er gilt als der Mann, der die Spenden „hereinholt“ und den Kartenverkauf für die KG-Veranstaltungen „mit List“ ankurbelt. Seine Nichte Elisabeth („Püpp“) Macherey charakterisierte ihn in einer kurzweiligen Büttenrede als „den Road-Runner von Kreuzau“, oder – familiär betrachtet – als „Onkel Koni, den Wirbelwind“.

In seinen Dankesworten bekannte Koni Zens: „Ich lebe für den Verein, bin stolz, freue mich und kann jetzt nicht mehr viel sagen.“ Wahrscheinlich auch eine Folge einer faustdicken Überraschung, die aufs Gemüt schlug, als Sohn Renée mit seinen Kindern per Videobotschaft aus New York zur Ordensverleihung gratulierte. Da floss bei einigen nicht nur eine einzelne Träne...

Mit einer Verspätung hatte die Zeremonie im Kreuzauer Rathaus begonnen. „Die Mundartmesse in der Kirche hatte zu viele Zugaben“, entschuldigte der Präsident den verzögerten Beginn. Aus Münster war Pfarrer Karl Josef Braun, ein Kreuzauer, gekommen, um die Messe und dem Streben nach Reichtum auf Kosten der Armen die Leviten zu lesen.

Im Blickpunkt stand auch der „Opernchor“ der KG. Die Gruppe feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen und gab der Messe mit Songs aus dem „Jungfrauenchor“ einen besonderen Touch. Und Mundartmessen unterliegen anderen Regeln: So gab es nach dem Segen noch einen Witz vom Pfarrer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert