Ein namenloses Bergdorf ist für zehn Monate die neue Heimat

Von: Bruno Elberfeld
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Leah-Maria Kilian trägt im elterlichen Garten einen großen Schal um die Schultern, der an indische Frauenkleidung erinnert. Foto: Bruno Elberfeld
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Bogheim. Die junge Frau sitzt gelassen da, in sich ruhend. Sollte sie angesichts der Tatsache, dass sie am 23. September, in wenigen Tagen, in Frankfurt in ein Flugzeug nach Neu-Delhi steigen wird, tatsächlich aufgekratzt sein, so hat dies von ihrem Enthusiasmus für die Sache gut verborgen.

Die Sache: Leah-Maria Kilian aus Kreuzau-Bogheim, 19 Jahre jung, wird ihre Familie, ihre Freunde, ihre Heimat für zehn Monate verlassen, um in einem kleinen Ort in Nordindien ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) zu absolvieren. Leah-Marias Heimat ist dann für zehn Monate ein Dorf nordöstlich von Neu-Delhi, der indischen Hauptstadt.

Die nächstgrößere Stadt heißt Dehradun. Sie liegt im Bundesstaat Uttarakhand. Dehradun ist im Vergleich zur Hauptstadt Neu-Delhi mit ihren 26 Millionen Einwohnern eine überschaubare Ansiedlung von 600000 Seelen.

Die Schule, in der Leah-Maria wahrscheinlich arbeiten wird, liegt nahe der Kleinstadt Vikas Nagar. Es ist ein Bergdorf, acht Fahrstunden von Dehradun entfernt, zurzeit für die junge Frau aus Deutschland noch ein Ort ohne Namen.

Die Aufgaben für Leah-Maria Kilian, die vor Wochen ihr Fachabitur im Bereich „Sozial- und Gesundheitswesen“ bestanden hat, bestimmt eine Organisation in Deutschland mit Namen „Nothelfergemeinschaft der Freunde“. Diese Gemeinschaft formuliert die Tätigkeitsbereiche der jungen Frau für die nächsten Monate.

Seit Jahren schon hat die Nothelfergemeinschaft unter dem Namen „Nothelfergemeinde Düren“ eine Dependance. Koordinator ist Benjamin Prakash, gebürtiger Inder, seit Jahrzehnten schon in Deutschland. Er organisiert Unterbringung und Betreuung in Indien.

Eng vernetzt ist die deutsche Organisation mit „SASA“ in Indien, einer gemeinnützigen christlichen Einrichtung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, arme Menschen im Norden des Subkontinents zu unterstützen. Und wer sind die Ärmsten der Armen – auch im Norden Indiens?

Das sind – nicht schwer zu erraten – Kinder und alleinerziehende Frauen. „SASA“ ermöglicht den Kindern den Schulbesuch und gibt alleinerziehenden Frauen Arbeit.

Englisch lehren

Und hier soll Leah-Maria Kilian einsteigen. Schülern Englischunterricht erteilen, das und andere Aufgaben traut sich Leah zu. Den Frauen beim Gärtnern helfen, das würde ihr auch große Freude machen.

Dass sie in Indien ihrem Hobby Reiten nicht nachkommen kann, wird sie verkraften müssen.

Leah-Maria Kilian freut sich auf ihre neue Aufgabe. Sie möchte neugierig und offen, in Verbindung mit tätiger Hilfe, einen ihr unbekannten Teil der weiten Welt erkunden, erfahren und erleben.

„Mein Leben hat sich bisher mehr oder weniger auf meinen Heimatort beschränkt“, erklärt sie ein entscheidendes Motiv ihres Tuns, „jetzt aber möchte ich andere Luft schnuppern, fremden Menschen in fremden Kulturen in unbekannten Landschaften begegnen, andere Laute hören und vielleicht aus diesen Eindrücken auch für mich persönlich etwas lernen.“

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