Ein Lkw voll Theater rollt an die Rampe

Von: Sarah Maria Berners
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Rollende Bühne: Um 14 Uhr fä
Rollende Bühne: Um 14 Uhr fährt der Laster an die Rampe. Fünf Stunden brauchen die Veranstaltungstechniker, um aus Podesten, Eisenstangen und Schrauben eine Theaterwelt zu schaffen. Foto: Berners

Düren. Pünktlich um 14 Uhr rollt der große Laster des Grenzlandtheaters an die Rampe am Haus der Stadt. In seinem Laderaum ist ein ganzes Theaterstück verstaut. Und da, wo am Abend Solveig August und Timo Hübsch das Theaterstück „Alle sieben Wellen” spielen, ist noch ein schwarzer, leerer Bühnenraum.

Sechs junge Männer springen aus den Begleitfahrzeugen und legen los, die Helfer vom Haus der Stadt warten schon. Fünf Stunden werden sie brauchen, um über dem Orchestergraben die Kulisse aufzubauen. Podeste, Bühnenwände, Eisenstangen, Requisiten, Kabel und Leitern werden aus dem Laster geräumt. Wer sieht, wie viel Material im Laderaum verstaut ist, kann sich vorstellen, wie lange es dauert, es dort hinein zu sortieren.

Und dann beginnen die Schreiner und Veranstaltungstechniker die Podeste zu verschrauben, die Bühnenwände aufzubauen und die Kabel zu verlegen. Die Handgriffe müssen sitzen, der Bühnenaufbau ist Millimeterarbeit.

„Reisende Komödien waren der Ursprung des Theaters”, erklärt Monika Rothmaier-Szudy, die künstlerische Leiterin im Haus der Stadt. Und reisende Theater sind wohl auch dessen Zukunft. „Theater machen ist teuer”, sagt Stephan Josephs, der Bühnenmeister des Grenzlandtheaters. Da sei es sinnvoll, dass flexible Ensembles in die feststehenden Häuser der Region reisten.

Für Bühnenbauer und Schauspieler bringen die wechselnden Spielstätten unterschiedliche Herausforderungen mit sich. Das Haus der Stadt ist für das Grenzlandtheater ein komfortabler Spielort. Lichtanlage, Tontechnik und die dicken Stromkabel können die Veranstaltungstechniker im Lastwagen lassen. Nicht alle Spielorte sind so gut ausgestattet. „Hier haben wir ausreichend Platz für den Aufbau und wir können die Bühne exakt so aufbauen, wie wir sie auch in Aachen aufbauen”, erklärt Josephs.

Nah am Publikum

Das ist auch für die Schauspieler angenehm, denn die können ihre Schrittfolgen und Einsätze genauso spielen, wie sie sie eingeübt haben. An anderen Spielorten fehlen schon mal vier Meter. „Die Bühnen werden aber von vornherein so konzipiert, dass wir auf die unterschiedlichen Bedingungen reagieren können”, sagt Josephs. Am Haus der Stadt mag der Bühnenmeister, dass die Bühne genauso nah am Publikum ist wie im Mutterhaus. Das gehört zum Konzept des Grenzlandtheaters und funktioniert seit vielen Jahren.

Nach zwei Stunden stehen die Podeste und Wände, die ersten Kabel werden verlegt. Langsam lässt sich erahnen, wie die Bühne am Abend aussehen soll. Spätestens eine Stunde vor der Aufführung treffen auch die Schauspieler ein. Und mit ihnen kommt die Dame, die für die Requisite zuständig ist. Die richtet noch schnell die Bühne ein, die Schauspieler machen sich kurz mit der neuen Umgebung vertraut und dann füllt sich der Saal.

Wenn der Vorhang fällt und das Publikum den Heimweg antritt, müssen die Jungs vom Theater-Team wieder ran. Jetzt müssen alle sperrigen Bühnenelemente und jedes kleine Einzelteil zurück in den Lkw. „Es ist auch schon passiert, dass wir einen fast vollen Lkw wieder ausladen mussten, weil ein Teil nicht mehr hineinpasste”, erzählt Bühnenmeister Stephan Josephs.

Nach zweieinhalb Stunden ist alles verstaut. Im Haus der Stadt bleibt ein großer, schwarzer Bühnenraum. In wenigen Stunden kommt die nächste Truppe, um ihr Bühnenbild aufzubauen.
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