Niederzier - Ein „Leuchtturm-Projekt” für die Region

Ein „Leuchtturm-Projekt” für die Region

Von: Stephan Johnen
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Es kann losgehen: Hermann Heuser (links) und RWE-Bereichsleiter Alois Herbst präsentieren ein Modell der „Neuen Mitte”. Foto: Johnen

Niederzier. In naher Zukunft wird ein historisches Defizit Niederziers der Vergangenheit angehören. Der Gemeinde, die 1972 aus acht zum Teil selbstständigen Gemeinden, geformt wurde, fehlte von Beginn ihrer Existenz im Kerngebiet an ein Nahrversorgungszentrum.

Am Mittwochabend fiel in der Rentei der Startschuss zum Projekt „Neue Mitte” (wir berichteten). Bis Ende des kommenden Jahres soll ein über 12000 Quadratmeter großer Wohn- und Gewerbepark entstehen, der zugleich die Lücke zwischen Oberzier und Niederzier schließt. „Das ist ein erfreulicher Tag für Niederzier”, sagte Bürgermeister Hermann Heuser. Geplant sind neben etwa 60 Wohneinheiten ein großer Platz und ein dreistöckiges Einzelhandels- und Dienstleistungszentrum.

Das im Jahr 2005 vom verstorbenen damaligen Bürgermeister Hartmut Nimmerrichter angestoßene Projekt nähert sich Schritt für Schritt der Vollendung, der erste Spatenstich soll im Frühjahr erfolgen. RWE Power führt die Gesamtentwicklung des 12 Hektar großen Areals durch und übernimmt das Projekt- und Kostenrisiko. Bereichsleiter Alois Herbst erwartet Aufträge an Firmen der Region in Höhe von 35 Millionen Euro.

Die Entwicklungsgesellschaft Indeland beteiligte sich zuletzt als Vermittler zwischen Planern und Genehmigungsbehörden und Investor für den Dienstleistungs- und Versorgungsbereich ist Dirk Schlun. Auf 6300 Quadratmetern reiner Verkaufsfläche sollen beispielsweise ein Vollsortimenter (1500 Quadratmeter), ein Discounter (800 Quadratmeter), ein Textilhändler, Arztpraxen, eine Apotheke, eine Bank, ein Optiker, ein Sanitätsfachgeschäft und weitere Geschäfte Platz finden.

Mehr als 50 Prozent der Flächen seien vertraglich bereits unter Dach und Fach, „für jede noch freie Fläche haben wir mindestens zwei Interessenten”, sagte Schlun. Er rechnet mit 140 bis 150 neuen Arbeitsplätzen, die in Niderzier entstehen. Geplant ist auch ein Straßencaf und Bürgermeister Hermann Heuser brachte am Mittwoch auch die Möglichkeit eines Garni-Hotel ins Spiel. „Mit Blick auf das Forschungszentrum ist der Bedarf vorhanden”, ist Heuser überzeugt.

Einen besonderen Augenmerk legten die Planer auf Energieeffizienz. Die Wohnhäuser sollen über Geothermie klimatisiert werden, für Gewerbe- und Einzelhandelsflächen werden Kraftwärmepumpem geplant. Angestrebt werde eine möglichst CO2-arme Versorgung. Das Projekt möchte neue Maßstäbe setzen.

An einem Standort wohnen, arbeiten und einkaufen - das sei zukunftsweisen, sind sich alle Beteiligten einig. Die „Neue Mitte” sei beispielhaft für eine moderne Flächenentwicklung, betonte RWE Bereichsleiter Alois Herbst. Landrat Wolfgang Spelthahn sprach als Aufsichtsratsvorsitzender der Entwicklungsgesellschaft Indeland von einem „Leuchtturm-Projekt”. „Der ländliche Raum hat eine hervorragende Perspektive”, urteilte Spelthahn, der sich freute, dass die Gemeinde Niederzier ab 1. Januar 2010 Vollmitglied der Entwicklungsgesellschaft wird.
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