Kreuzau/Düren - Ein Leben ohne Fahrrad? Auf keinen Fall!

Ein Leben ohne Fahrrad? Auf keinen Fall!

Von: Valerie Barsig
Letzte Aktualisierung:
12311651.jpg
Jens Veith kann sich ein Leben ohne Fahrrad kaum vorstellen. Er organisiert Critical-Mass-Fahrten durch Düren und will mit einem Blog auf die Belange von Radfahrern aufmerksam machen. Foto: Valerie Barsig

Kreuzau/Düren. Das erste Rad, auf dem Jens Veith fahren gelernt hat, war blau. Auf Feldwegen im Münsterland trat der Maschinenbauer aus Kreuzau als kleiner Junge zum ersten Mal in die Pedale. Seitdem hat ihn das Radfahren nicht mehr losgelassen: Zur Arbeit fährt er bei Wind und Wetter. Regelmäßig steigt er aufs Rennrad oder das Mountainbike. Jens Veith kann sich ein Leben ohne Fahrrad nicht vorstellen, rund 4000 Kilometer fährt er pro Jahr. Seit 2012 schreibt er außerdem einen Blog.

Ob der Ärger über einen kaputten Radweg oder die Enge zwischen parkenden Autos und Fußgängern, in der sich Radler bewegen müssen, der Auslöser des Blogs waren, kann er nicht mehr genau sagen. „Jeder stört sich an irgendetwas. Aber die Allgemeinheit bekommt es nicht mit“, sagt er. Und so habe alles angefangen.

Seit 2014 ruft er jeden zweiten Freitag im Monat zu Critical-Mass-Fahrten in Düren auf. Dabei treffen sich Radfahrer in Städten, um zu signalisieren, dass auch sie gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer sind. Mehr als 15 Radfahrer gelten dabei als Verband und dürfen dann – erlaubt durch Paragraf 27 der Straßenverkehrsordnung – nebeneinander auf der Straße fahren. Bremsen sie so den Verkehr aus? Nein, sagt Veith. „Es geht darum, Aufmerksamkeit zu erregen.“

Morgens und abends seien die Straßen ohnehin verstopft, da mache ein gelegentlicher Verband aus Radfahrern auch keinen Unterschied. Anfangs kamen noch nicht viele Radfahrer zu den Treffen, inzwischen werden es stetig mehr. „Aus einem harten Kern ist dann ein Freundeskreis geworden“, sagt Veith. Er und seine Mitstreiter wünschen sich, dass sich die Stadt und die Autofahrer in Düren für Radfahrer sensibilisieren. Denn es sei zwar schon viel für die Radfreundlichkeit der Stadt entschieden worden, aber laut Veith hapert es an der Umsetzung.

So sei beispielsweise das Radwegegebot in Birkesdorf aufgegeben, aber die Schilder noch nicht entfernt worden. Oft gehe es ihm auch einfach nicht schnell genug, gibt er zu. So sollten die Schutzstreifen an der Kreuzauer Straße bis Ende 2015 fertig sein, das musste allerdings wegen des Wetters immer wieder verschoben werden. In Düren gebe es zusätzlich viele gefährliche Stellen für Radler. Weil einfach zu wenig Platz sei, oder Autofahrer besonders aufpassen müssten. Die Niedeggener Straße gegenüber der Bäckerei sei so ein Fall oder die Überleitung vom Radweg an der Aachener Straße auf den Schutzstreifen hinter der Rurtalbahnstrecke.

„Keep calm and cycle on“ („Bleib ruhig und fahr weiter Rad“), steht auf Veiths T-Shirt – ein Spruch, den er sich versucht, zu Herzen zu nehmen. Auch, wenn es ihm manchmal etwas schneller gehen könnte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert