Kreis Düren/Langerwehe - Ein Katastrophenszenario mit zahlreichen Brennpunkten

Ein Katastrophenszenario mit zahlreichen Brennpunkten

Von: Hannes Schmitz
Letzte Aktualisierung:
Karl Josef Heimbüchel koordin
Karl Josef Heimbüchel koordinierte mit Wehrleuten aus Kreuzau und Hürtgenwald den Einsatz bei einem angenommen Tankwagenunfall.

Kreis Düren/Langerwehe. Das Szenario glich einem Katastrophenfilm, einem „Reißer” mit wilden Wehebachfluten, schweren Unfällen auf der Autobahn im Gemeindegebiet und einem Thalys-Zug, der wegen der schweren Regenfälle aus den Gleisen gesprungen war.

Die Langerweher Feuerwehr und weitere Wehren aus dem Kreisgebiet hatten mehr als genug zu tun an diesem „Schwarzen Samstag” mit vielen Schwer- und Leichtverletzten sowie immensen Umwelt- und Sachschäden.

An der Bevölkerung ging dieses „Desaster” vorbei. Keine Sirene war zu hören, kein Auflauf zu vermelden, allenfalls ein trister Tag, der eher dazu einlud, die Stunden am Kamin zu verbringen. Und doch tobte Feuerwehrleben durch die Gemeinde. Am Exeterplatz stand das moderne Einsatzleitfahrzeug des Kreises Düren und an den verschiedenen Einsatzorten waren kleinere, aber ebenso effektive Feuerwehrfahrezuge aus dem Kreis Düren, des Technischen Hilfswerks und der Malteser im Einsatz.

Die Führungsunterstützungsgruppe der Feuerwehren im Kreis Düren hatte eine aktionsreiche Übung vorbereitet. Der Kopf war gefragt, keine Einsatz- und Laufarbeit. Das scheinbare Grauen wurde in den Schaltzentralen „aufgearbeitet”, sogenannte Einspieler sorgten mit ihren Eingaben für ständig wechselnde Szenarien. Ziel der ganztägigen Übung war es, die Zusammenarbeit zu optimieren, das taktische und kommunikative Arbeiten des Rettungskräfte.

Immer neue Anforderungen

„Die Übung ist ein Beleg dafür, dass sich die Führungskräfte der Feuerwehr immer weiter verbessern wollen”, erläuterte der Dezernent für Feuerschutz und Rettungswesen beim Kreis Düren, Peter Kaptain. Neue Anforderungen kämen auf die Feuerwehren zu, denen man gerecht werden wolle. Nicht nur vor Ort müsse die Zusammenarbeit funktionieren, sondern auch auf der Führungsebene. „Harmonisierung der Abläufe”, nannte dies Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Wolfram.

Einheitliche Strukturen und Systeme müssten geschaffen werden, damit alle miteinander nicht nebeneinander reagieren und agieren und getroffene Entscheidungen umgesetzt werden könnten.

Seit einem Jahr werde in kleinem Rahmen geübt, erklärte der Kreisbrandmeister. Einrichtungen in Ahrweiler wurden genutzt, und auch beim NRW-Tag waren Wehrleute aus dem Kreis Dürenim Einsatz. Nun habe man die „Schräubchenkunde” verlassen, wie Wolfram das Üben im Kleinen bezeichnete, und probe das Miteinander, die Herstellung verschiedener Kommunikationslinien bei einer „ausgedehnten Großschadenslage”.

Wie von Geisterhand wurden 152 Einsatzkräfte an die verschiedenen Brennpunkte geleitet. Ständig änderten sich die Abläufe, sorgten neue Computereinspielungen, E-Mails und eingehende Fotos für neue Situationen, denen die Verantwortlichen mit modernster Technik begegneten. Es wurde äußerst ernsthaft geprobt. Man spürte fast den immensen Druck der scheinbaren Realität, als auf die Gefahreneinsätze reagiert wurde. Und selbst die Pressekonferenz wurde geübt, damit im Ernstfall auch die Medien umfassend unterrichtet werden können.

Das Fazit fiel in allen Punkten überwiegend positiv aus. Langerwehes Bürgermeister Heinrich Göbbels, Kreisbrandmeister Hans-Jürgen Wolfram und Dezernent Peter Kaptain unisono: „Im Kreis Düren braucht niemand Angst zu haben”.
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