Düren - „Ein Käfig voller Narren“: Bunt, schrill und äußerst temperamentvoll

„Ein Käfig voller Narren“: Bunt, schrill und äußerst temperamentvoll

Von: Bruno Elberfeld
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Bunt und temperamentvoll zeigte sich Zaza (Guido Kleineidam) mit Tänzerinnen auf der Bühne. Foto: bel

Düren. Auf der Bühne im Haus der Stadt präsentierte das Tourneetheater „Kammeroper Köln“ in Kooperation mit den „Kölner Symphonikern“ das Musical „Ein Käfig voller Narren“. Das Bühnenwerk basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Jean Poiret aus dem Jahre 1973. Viele Zuschauer im gut besetzten Haus der Stadt erinnerten sich noch an die italienisch-französische Verfilmung des Stücks im Jahr 1978.

Mit „Ein Käfig voller Narren“ bringen der Autor, die Filmemacher, die Regisseure und die Darsteller Alltagsprobleme überspitzt auf die Bühne. Den Besuchern wurden Spiegel vorgehalten, hinter denen Fragen lauerten: Wie steht es nach 2000 Jahren Christentum mit unserer Menschlichkeit? Welche Rolle spielen Toleranz und Akzeptanz in einer Zeit der inneren und äußeren Dramen? Wie gehen Heterosexuelle mit Homosexuellen um? Die künstlerische Leiterin im Haus der Stadt, Monika Rothmaier-Szudy, machte in ihrer Einführung deutlich, dass dieses Musical auch heute noch zahlreiche aktuelle Bezüge hat.

Die Komödie mit durchaus ernstem Hintergrund spielt in einem Revuetheater in St. Tropez. Inhaber des Etablissements ist Georges (Thomas Wissmann). Sein Lebens- und Liebesgefährte ist Albin (Guido Kleineidam), der als Hauptattraktion in der Rolle der „Zaza“ allabendlich den Saal füllt. Eines Tages kündigt Georges´ Sohn, Jean-Michel (Pascal Jounais), ein „Fehltritt“ aus vergangenen Zeiten, seinen Besuch an. Jean-Michel möchte Anne (Lisa Krämer) heiraten. Der Vater Annes, der ehrenwerte Senator Dindon (Bernhard Dübe), und seine Gattin, Madame Dindon (Thekla Gras), wollen die Familie des Bräutigams unter die Lupe nehmen.

Wirrwarr ist programmiert. Albin soll während des Besuchs aus der Wohnung verschwinden. Er wehrt sich. Die leibliche Mutter Jean-Michells sagt den Besuch ab, so dass Albin alias Zaza in die Mutterrolle schlüpft. Der „Betrug“ fliegt auf, der Senator ist entsetzt, widersetzt sich einer Heirat. Retter in der Not ist Jacqueline (Rachele Pedrocchi), Inhaberin des benachbarten Etablissements, in dem die beiden Familien speisen. Jacqueline hat den ehrenwerten Senator als einen langjährigen Stammkunden erkannt.

Bunte Bühnenbilder und Kostüme in üppiger Ausstattung, eine temperamentvolle Choreographie, einfühlsame Musikeinspielungen und verständliche Liedtexte fügten sich mit witzigen und humorvollen Wortbeiträgen zu einem Gesamtkunstwerk, das die Gäste im Haus der Stadt am Ende mit einem langen, rhythmischen Applaus bedachten. Die Besucher waren offenbar begeistert und angerührt von der recht feinen Art der Wortwahl und der Präsentation der zwischenmenschlichen Gefühle. Die Art des Umgangs mit dem Thema Homosexualität war eine Werbung für Toleranz und Menschlichkeit.

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