Ein Jungfernflug, der auch ein Rekord war

Von: Dirk Boltersdorf
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Ein Koloss hebt ab: Am Mittwoch vor 80 Jahren startete die „Dornier X” am Bodensee zu ihrem Jungfernflug. An ihrer Konstruktion waren auch Dürener Ingenieure beteiligt. Repro: Bundesarchiv

Düren. Mit Unterstützung Dürener Ingenieure ist dem damals größten Flugzeug der Welt heute vor 80 Jahren der offizielle Jungfernflug gelungen. Das 8000 PS starke und 56 Tonnen schwere Ungetüm trat am 21. Oktober 1929 in Friedrichshafen am Bodensee seinen 40-minütigen Rekordflug an.

Möglich geworden war das ehrgeizige Flugschiff-Projekt „Do X” durch einen in den Dürener Metallwerken hergestellten Werkstoff namens Duralumin. Erstmals konnte Chefentwickler Claudius Dornier mit Duralumin ein Material in seinen Flugzeugen verwenden, das als extrem leicht und beanspruchbar galt.

Zunächst sorgte der Jungfernflug allerdings für einen Skandal, denn die „Do X” hatte am 21. Oktober noch keine offizielle Zulassung für den Passagierflug. Trotz der fehlenden Genehmigungen waren damals jedoch 158 Werksangehörige und deren Familien sowie elf Besatzungsmitglieder mit an Bord gegangen. Mit der sicheren Landung stellte die Dornier einen bis dahin für unmöglich gehaltenen Rekord bei der Beförderung von Fluggästen auf. Nie zuvor war eine so große Zahl von Menschen an Bord eines Flugzeugs in der Luft gewesen. Die Höchstleistung sollte erst 20 Jahre später durch die Lockheed Constellation gebrochen werden, die auch durch ihren Einsatz als „Rosinenbomber” bei der Berliner Luftbrücke bekannt wurde.

Ein Jahr nach ihrem Rekordflug startete die „Do X” zu einem Langstreckenflug von Europa nach Afrika, Südamerika und Nordamerika, von dem das Flugschiff erst im Mai 1932 wieder zurückkehrte. Insgesamt hatte die Dornier hierbei über 45000 Kilometer zurückgelegt. Durch spektakuläre Unfälle wie zum Beispiel ein bei der Landung abgerissenes Leitwerk haftete der Maschine allerdings der hartnäckige Makel der Unsicherheit an. Auch deshalb stellte die Lufthansa den Betrieb der „Do X” ein. Weltweit kamen nur drei Maschinen zum Einsatz.

In der denkmalgeschützten Endart-Kulturfabrik (ehemalige Metallwerke) an der Veldener Straße 59 können sich die Besucher auf der Zwischenetage der Fabrik immer noch ein Bild des weltberühmten Werkstoffes Duralumin machen. In einer kleinen Ausstellung sind die Geschichte der Dürener Fabrik und weitere Legenden der Verkehrsgeschichte ausgestellt, die mit Duralumin erst möglich wurden. Dazu gehören auch der Silberpfeil und das berühmte Luftschiff Graf Zeppelin.
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