Ein Himmelsgarten fürs Munitionsdepot?

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
8932311.jpg
Die Erlebnis Akademie AG betreibt bereits vier Baumwipfelpfade in Deutschland, unter anderem im Bayrischen Wald (Bild). Für Tourismuskaufmann Norbert Schmitz würde sich das Waldgebiet des ehemaligen Munitionsdepots bei Gürzenich als Standort für eine solche Anlage geradezu anbieten.
8931773.jpg
Mit einer Länge von drei Kilometern würde der „Himmelsgarten Düren“ laut Norbert Schmitz zum weltweit größten Baumwipfelpfad. Foto: ja

Gürzenich. An kreativen Ideen mangelt es Norbert Schmitz nicht – zumindest nicht für die künftige Nutzung des ehemaligen Bundeswehr-Munitionsdepots Gürzenich-Wald.

Während sein Konzept eines Musikparks auf dem 30 Hektar großen, bebauten Verwaltungsgelände bislang bei Rat und Verwaltung auf wenig bis gar keine Zustimmung gestoßen ist, hat sich der Tourismuskaufmann und Eventmanager jetzt Gedanken über das 120 Hektar große Waldgelände gemacht, in dem sich die Bunker befinden.

„Was ich ‚Himmelsgarten Düren‘ nenne, kennt man woanders als Baumwipfelpfad“, erklärt Schmitz. Er spricht von einem drei Kilometer langen Wanderweg in bis zu 30 Metern Höhe, einer Holzkonstruktion, mit einem knapp 50 Meter hohen Aussichtsturm, der den Blick in die Eifel öffnen soll. „Ein solcher Pfad wäre eine echte Touristenattraktion“, ist Schmitz überzeugt, zumal der Dürener zum weltweit größten avancieren würde. Mit diesem Prädikat schmückt sich bislang eine 2009 fertiggestellte Anlage im Nationalpark Bayrischer Wald mit einer Länge von 1300 Metern.

Ein ähnliches Projekt, das auch auf einem früheren Militärgelände entstanden ist, befindet sich auf der Insel Rügen, erklärt Schmitz. „Auf dem barrierefreien Baumwipfelpfad, den Besucher mühelos über eine 400 Meter lange Rampe erreichen, können sie ansonsten nicht erreichbare Ebenen des Ökosystems Wald im Stamm- und Kronenbereich kennenlernen“, betont Schmitz. Infotafeln würden Fauna und Flora erklären. Schmitz spricht von einer einzigartigen Kombination aus Erholung, Erlebnis und Waldpädagogik, die auch für Schulklassen interessant wäre.

Weil eine ebenerdige Nutzung des Waldbereichs im ehemaligen Depot aus Gründen des Natur- und Artenschutzes nahezu unmöglich ist, wäre ein Baumwipfelpfad aus Schmitz‘ Sicht ideal. „Fauna und Flora bleiben unberührt, weil die Pfeiler auf dem bestehenden Straßennetz erstellt werden könnten“, erklärt der Vordenker, der den Pfad mit einer Gastronomie und einem Spielplatz ergänzen würde.

Aus seiner Sicht wäre ein derartiges Projekt auch eine ideale Ergänzung, sollte die Stadt auf dem Verwaltungsgelände das von der Wirtschaftsförderung präferierte naturhistorische Museum nach Vorbild des Dinoparks im niedersächsischen Münchehagen umsetzen.

Natürlich hat ein drei Kilometer langer Baumwipfelpfad seinen Preis. Schmitz rechnet mit Investitionskosten von bis zu sechs Millionen Euro. Mit CDU-Mittelstandschef Rolf Delhougne ist er aber überzeugt, dass wie in Bayern verschiedenste Fördertöpfe des Landes angezapft werden könnten. Der Baumwipfelpfad im bayrischen Wald hat nach Angaben der Betreiber in fünf Jahren 1,75 Millionen Besucher angelockt.

Seine Vorstellungen hat Norbert Schmitz bereits dem Amt für Stadtentwicklung, Wirtschaftsförderer Heinz Mannheims und Baudezernent Paul Zündorf mitgeteilt. Mit Rolf Delhougne hofft er jetzt, dass sich Politik und Verwaltung in den kommenden Wochen einmal ernsthaft mit der Idee auseinandersetzen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert