Kreis Düren - Ein Fünftel der Straßen muss saniert werden

Ein Fünftel der Straßen muss saniert werden

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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Brüchige Angelegenheit: Wie hier bei der Kreisstraße 32 in Leversbach, besteht an 60 Prozent aller Ortsdurchfahrten Handlungsbedarf. Die freien Strecken sind meist in einem besseren Zustand. Foto: Johnen
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Auf der Kreuzung zwischen K29 und K27 bei Kufferath kam es in der Vergangenheit immer wieder zu teils schweren Unfällen. Foto: Berners

Kreis Düren. Die Frage, wie es um die Qualität der Kreisstraßen bestellt ist, hat den Bauausschuss länger beschäftigt. Durchschnittlich befinden sich zwar etwa 60 Prozent der Straßen in einem guten bis sehr guten Zustand, lautet das Ergebnis einer erstmals ausgeführten Befahrung aller Abschnitte mit einem Messfahrzeug des Landesbetriebs Straßen.

Auf den Kreis Düren kommt aber dennoch einiges zu: Bei 36 von 209 Kilometern besteht akuter Handlungsbedarf, weitere 42 Kilometer liegen über dem Warnwert. Bei diesen Strecken zeichnet sich ab, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine Verschlechterung zu verhindern.

Bis 2012 wurde der Zustand „optisch bewertet“. Will heißen: Mitarbeiter des Kreises fuhren hinaus und schauten sich die Straßen an. 2012 kam dann erstmals eine „messtechnische Zustandserfassung und Bewertung“ zum Einsatz. Der Messwagen war mit Sensoren und einer Kamera ausgerüstet und untersuchte neun Kriterien, beispielsweise Spurrillen, Griffigkeit und Unebenheiten. 2013 erhielt der Kreis die Daten.

„Diese waren aber noch nicht aussagekräftig“, erklärt Dezernent Hans Martin Steins. Es gab zwar Ergebnisse zum punktuellen Zustand der Straßen, dies ermöglichte aber keine Rückschlüsse auf Art und Umfang der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen. Seit 2015 ist eine Straßendatenbank fertig, die zum Teil auf Grundlage der Messdaten aufgebaut wurde. Sie soll helfen, alle zur Verfügung stehenden Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen – und eine Strategie zum Erhalt des Kreisstraßennetzes und einen effizienten Ressourceneinsatz zu erarbeiten.

Die erste auf diese Weise erstellte Bestandsaufnahme stellte das Amt für Kreisentwicklung und Kreisstraßen nun vor: 56 Maßnahmen sind unter dem Punkt Instandhaltung aufgelistet, darunter fünf aus dem Jahr 2015. Für das aktuelle Jahr sind fünf Instandhaltungen und ein Budget in Höhe von 600.000 Euro eingeplant. So sollen der Kreisverkehr K28/B56 und die K32 am Ortsausgang von Üdingen saniert werden.

Eine neue Fahrbahndecke ist auf der K35 zwischen Mariaweiler und Echtz sowie an der K 46 (Ortsdurchfahrt Leversbach) fällig. An der K32 werden in Leversbach und Rath je 100 Meter als Testfläche saniert. So soll ausprobiert werden, ob sich eine Reparatur noch lohnt – oder die Straße erneuert werden mus. Als Baumaßnahme Dritter, in diesem Fall der Rurtalbahn, ist die Sanierung des Bahnübergangs an der K6 (Merzenhausen-Ederen) aufgelistet.

Weitere 45 Maßnahmen stehen jedoch noch auf der Warteliste, beispielsweise die Umgestaltung der Verkehrsinseln und die Radwegeführung in Koslar.

Erneuerungsbedarf besteht an 15 Stellen. Das 2016 zur Verfügung stehende Budget reicht für fünf Maßnahmen, wobei die Ortsumgehung von Merken (K35n) von RWE bezahlt wird. Bei der Erneuerung der Ortsdurchfahrt Kofferen und der Strecke von Kofferen bis zur Kreisgrenze werden Fördermittel erst für 2017 geplant.

1,2 Millionen Euro (465.000 Euro im Jahr 2017) sind für die Kreisstraße 29 (K27 bis Horm) eingeplant, 100.000 Euro für die Rurbrücke in Schneidhausen (3,4 Millionen Euro im Jahr 2017), 730.000 Euro für die K36 bei Simonskall (15.000 Euro im Jahr 2017) und eine Million Euro für die Ortsdurchfahrt Merode (K 45) bis zur B 264 (365.000 Euro im Jahr 2017).

Weitere zehn Straßen stehen auf der Warteliste. Bei 20 zusätzlichen Maßnahmen ist noch nicht geklärt, ob die Schäden repariert werden können oder eine Erneuerung notwendig ist.

Zur Planung der Arbeiten in den kommenden Jahren will das Amt der Politik den Entwurf eines Erneuerungs-, Ausbau- und Sanierungsprogramms vorlegen. Hineinfließen sollen auch die Ergebnisse der für 2016 geplanten erneuten Befahrung der Straßen. „Puzzlearbeit ist wenig sinnvoll“, betonte Hans Martin Steins. Ziel müsse es sein, mit der Politik eine flexible Bewertungs- und Priorisierungsliste zu erarbeiten.

Die Daehre-Kommission der Verkehrsministerkonferenz setzt für den Erhalt von Straßen 1,50 Euro pro Quadratmeter und Jahr an. Für die Kreisstraßen müssten demnach 1,9 Millionen Euro bereitgestellt werden. Nur zum Erhalt der Substanz. Eine Sanierung oder Erneuerung ist teurer.

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