Heimbach - Ein Eifel-Western aus Heimbach

Ein Eifel-Western aus Heimbach

Von: Beate Weiler-Pranter
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Bert Züll, Fred Kessel, Frank Günter Zehnder und Wolfgang Spelthahn (von links) schauen optimistisch auf die Zukunft der Kunstakademie. Foto: Beate Weiler-Pranter

Heimbach. „Die Erwartungszahlen für das Jahr 2012 sind übertroffen. Mit 800 Kursteilnehmern aus neun Ländern hat die Kunstakademie Heimbach ihr Attribut ‚international’ wirklich verdient“, zog Landrat Wolfgang Spelthahn beim Neujahrsempfang des Träger- und Fördervereins eine positive Bilanz.

Trotz der „so bescheidenen Mittel“ habe das Akademie-Team auch im vergangenen Jahr die gemeinsamen Ziele „mit so viel Herzblut“ umgesetzt, hob er hervor er. Und Fred Kessel, neuer Vorsitzender des Fördervereins, wünschte „weiterhin eine solch glückliche Hand. Alle guten Grundlagen sind gelegt.“

Für 2013 hat Akademiedirektor Professor Frank Günter Zehnder erneut ein anspruchsvolles Kurs-Programm mit 53 Künstlern aus 15 Nationen zusammengestellt, für das er einige neue Dozenten gewinnen konnte. Darunter den Dokumentarfilmer Henning Niemeyer, der bereits an verschiedenen Hochschulen unterrichtete. Neu im Team auch die polnische Malerin Wieslawa Stachel, die ihre scheinbar strengen Acryl-Bilder auf Spiegelflächen gestaltet und so verblüffende Effekte erreicht.

Neben den klassischen Kursen wie Malerei, Bildhauerei, Druck oder Fotografie setzen die Organisatoren auf eine spannende, spartenübergreifende Auseinandersetzung mit dem Thema Kunst: Im Bereich „Neue Medien“ werden die in Düren lebenden Künstler, Professor Dr. Wilfried Jentzsch und Dr. Hiromi Ishii, erstmals die neue Kunstform „Visual Music“ anbieten, in der Musik und Grafik zu einem Gesamtwerk verschmelzen.

Dem Zusammenspiel zwischen Kunst und Philosophie widmet sich Jörg Bernardy, ein Schüler und Assistent des Philosophen und Kulturwissenschaftlers Peter Sloterdijk, in seinem Seminar „Was war ein Kunstwerk?“ Die kleinen Glücksmomente im Alltag neu zu entdecken und künstlerisch umzusetzen, hat sich der Schauspieler und Theatertrainer Andreas Schmid für seine Kurse „Glücks-Performance“ vorgenommen.

Die Besucher, die „Kick off“-Tag der Akademie und zur Eröffnung der 15. Werkschau gekommen waren, fanden im Jahresprogramm noch weitere spannende Angebote. „High Noon“ heißt es in Heimbach, wenn der Berliner Regisseur Rolf Teigler mit seinen Kursteilnehmern hier einen Eifel-Western drehen wird. „Die Freiwillige Feuerwehr hat bereits ihre Mitarbeit zugesichert!“, verriet Zehnder schmunzelnd. Mit Kamera und Kochlöffel geht Fotograf Martin Timm in seinem Workshop „Foodfotografie“ ans Werk.

Außer solchen Kreativ-Angeboten für die so genannte „50-Plus“-Generation kümmert sich Professor Zehnder besonders intensiv um das Kunsterleben von Kindern. Gemeinsam mit dem Burgenmuseum Nideggen hatte sich die Akademie um die Teilnahme bei dem Projekt „Kulturrucksack“ beworben: Unter dem Titel „Form und Klang – wir gehen’s an“ sollen die ersten Aktivitäten bereits im Februar starten.

Ein Jahr lang werden die Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren in Zeichen-, Film- oder Töpferkursen auf Burg Hengebach an Kultur herangeführt. „Wir sind hier für die ‚Form’ zuständig.“, führt Professor Zehnder aus. Für den „Klang“ sorgen die Veranstaltungen auf Burg Nideggen unter dem Motto „Rock und Pop trifft Minnesang“. Wie erfolgreich die bisherige Arbeit mit Jugendlichen war, belegt Zehnder eindrucksvoll.

„Wer heute ein Kunst-, Design- oder Architekturstudium beginnen will, muss eine Bewerbungsmappe vorlegen, denn für 800 Interessenten stehen in der Regel nur 50 Plätze zur Verfügung.“ Aber nach einem Besuch der „Mappenkurse“ in Heimbach habe bislang jeder Teilnehmer einen Studienplatz bekommen.

Nach dem überwältigenden Erfolg der Rizzi-Retrospektive 2012 soll es auch dieses Jahr eine Sonderausstellung in Heimbach geben. Wessen Werke diesmal auf Burg Hengebach zu sehen sein werden, wollen die Planer allerdings erst auf der ITB in Berlin preisgeben.

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