Nils Eschweiler leidet an einer schweren Muskelerkrankung

Ein echter Freund und Helfer mit ganz weichem Fell für Nils Eschweiler

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Nils Eschweiler aus Langerwehe (sieben Jahre) und Labrador Edy sind schon richtig dicke Freunde. Sie kuscheln gerne auf dem Sofa. Foto: kin

Langerwehe. Nils Eschweiler und Edy sind schon längst dicke Freunde. Nils ist ein kleiner Junge, am Nikolaustag ist er sieben Jahre alt geworden. Er besucht die Grundschule in Inden-Altdorf. Edy ist ein Hund, genauer gesagt ein Labrador.

Das Tier ist zwei Jahre alt. Soweit ist das eigentlich noch nichts Besonderes. Aber irgendwie dann eben doch, weil Nils ein besonderer Junge ist und Edy ein besonderer Hund.

Nils sitzt im Rollstuhl, weil er seine Beine nicht bewegen kann. Als er 13 Monate alt war, wurde die Diagnose gestellt: Spinale Muskelatrophie Typ II. Nils Eschweiler ist sehr schwer körperbehindert. Er leidet an einer fortschreitenden Form von Muskelschwund. Die Krankheit ist unheilbar. Nils wird niemals laufen können.

Edy ist ausgebildeter Therapiehund. Er kann Nils helfen, im Alltag besser zurechtzukommen. Am 30. Oktober ist er bei Nils und seiner Familie in Langerwehe eingezogen. „Es ist sehr schön, dass Edy bei uns ist“, sagt Nils und streichelt seinem neuen Freund über den Kopf. „Wir sind viel draußen unterwegs und kuscheln auch.“ Das ist aber längst nicht alles, was Edy kann. Schließlich ist der Labrador nicht umsonst gründlich ausgebildet worden. Nils‘ Mutter Heike Eschweiler (42) erklärt: „Nils bekommt sehr viele Therapien.

Edy ist dabei und unterstützt ihn.“ Wenn Edy in Nils‘ Nähe ist, sagt Frau Eschweiler, sei Nils sehr entspannt. „Manchmal sind die Therapien für Nils schmerzhaft. Wenn Edy bei ihm ist, kann er die Übungen besser aushalten.“ Edy hat aber auch gelernt, Zimmertüren zu öffnen, damit Nils mit seinem Rollstuhl durchfahren kann, außerdem kann er für Nils Sachen aufheben und dem Jungen sogar die Strümpfe ausziehen. „Ich muss die Kommandos noch ein bisschen üben“, sagt Nils. „Und Edy muss sich an meine Stimme gewöhnen. Aber die meisten Sachen klappen schon sehr gut.“

Kontakte knüpfen

Nils und seine Eltern hoffen darüber hinaus, dass es dem Grundschüler mit Edys Hilfe leichter fällt, Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden. „Und außerdem“, sagt Nils, „habe ich mit Edy ja jetzt einen richtig tollen Freund gefunden.“

So ein Therapiehund wie Edy kostet ganz schön viel Geld, vor allem auch deshalb, weil er wirklich lange und sorgfältig ausgebildet werden muss. Ganz konkret hat Edy rund 28.000 Euro gekostet. Heike Eschweiler: „Wir haben keine Unterstützung von der Krankenkasse bekommen, weil Edy keinen Menschen komplett ersetzt. Das heißt, dass Nils immer noch Hilfe von Personen braucht. Trotzdem ist der Hund für unseren Sohn natürlich eine riesengroße Hilfe.“

Dass Edy bei Nils und seiner Familie einziehen konnten, ist nur deswegen möglich geworden, weil Peter Borsdorff, der „Läufer mit der Sammelbüchse“, der seit vielen Jahren für Kinder in Not Spenden sammelt (siehe „Nachgefragt“), seine Laufschuhe geschnürt und die Aktion „Vier Pfoten für Nils“ ins Leben gerufen hat. In nur 22 Tagen haben sehr, sehr viele Menschen für den kleinen Jungen und seinen Hund gespendet – unglaubliche 25.000 Euro sind so zusammengekommen.

„Das war wirklich unglaublich“, sagt Heike Eschweiler. „Wir waren von dieser Hilfsbereitschaft total überwältigt. Und wir möchten an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich Danke sagen.“

Und Peter Borsdorff? Der kennt den kleinen Nils aus Langerwehe schon länger und musste deswegen nicht lange überlegen, ob er sich für Nils auf den Weg machen will. „Ich bin schon einmal für Nils gelaufen, als er ein besonderes Therapiegerät brauchte. Nils ist ein toller fröhlicher Junge mit einem sehr charmanten Lächeln. Edy kann Nils im Alltag wirklich unterstützen. Und deswegen habe ich sehr gerne geholfen.“

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