Düren/Bonn - Ein Dürener Kinospot fürs Bundesamt für magische Wesen

Ein Dürener Kinospot fürs Bundesamt für magische Wesen

Von: Stephan Johnen
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Ab in die Maske: Nur geschminkt wird man zu einem magischen Wesen. Foto: TB-Filmproduktion
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Die 100 Darsteller verbrachten während des zweitägigen Filmdrehs im Maritim viel Zeit vor dem Schminkspiegel. Der fertige Spot wird heute auf der Fantasy-Messe „RingCon“ erstmals gezeigt. Foto: TB-Filmproduktion
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Thomas Bernecker aus Düren hat seinen ersten Film fürs Kino gedreht. Foto: sj
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Filmdreh

Düren/Bonn. Soll der Euro auch in der Unterwelt eingeführt werden? Müssen unsterbliche Wesen in die Rentenversicherung einzahlen? Und welche Gemeinsamkeiten haben Bayern und das Land Mordor, wo im „Herr der Ringe“-Universum die Schatten drohen?

Fachkundiger Ansprechpartner bei solchen Fragen ist das Bundesamt für magische Wesen mit Sitz in Bonn (BAfmW). „Auch Vampire, Orks und magische Wesen haben ihre Sorgen und Nöte“, erklärt Thomas Bernecker aus Düren. Die Bonner Behörde funktioniert dabei als eine Art Bindeglied zwischen der Welt der Menschen und der Sphäre des Übernatürlichen.

Zugegeben, in der Bürokratie ist so ziemlich alles denkbar, doch bei diesem Bundesamt handelt es sich um eine fiktive Behörde. Dahinter verbirgt sich ein Zusammenschluss von Fantasy-Autoren, die das BAfmW als Plattform nutzen.

Für den jungen Filmproduzenten und Regisseur Thomas Bernecker hat ein Auftrag des Bundesamtes eine Tür in eine andere Dimension geöffnet: Der 24-Jährige hat zum ersten Mal fürs Kino gedreht, mit einer 30-köpfigen Crew und 100 kostümierten Darstellern. Am Freitag wird der entstandene „Werbespot“, der Kinobesucher mit Witz und Ironie Einblicke in die Arbeit des Amtes geben soll, auf der Fantasy-Messe „Ring Con“ im Bonner Maritim-Hotel vorgestellt. Ab dem Wochenende soll der Kurzfilm auf „Youtube“ in Internet zu sehen sein.

Geplant ist, dass der Kurzfilm deutschlandweit in den Sälen großer Betreibergruppen ebenso gezeigt wird wie in kleineren Lichtspielhäusern – im Idealfall als Vorfilm des potenziellen Kassenschlagers „Der Hobbit 3 – Die Schlacht der fünf Heere“. „Auch in den USA haben einige Kinos bereits Interesse gezeigt“, sagt Thomas Bernecker sichtlich erfreut.

Kino – dieses Wort hat für den 24-Jährigen eine besondere Bedeutung. Er erhofft sich, dass ihm das Projekt neue kreative und berufliche Möglichkeiten eröffnet. Mit 13 Jahren hatte er die erste Kamera in der Hand, aus dem Hobby wurde eine Leidenschaft – und ein Berufswunsch. Bei der Fraunhofer Gesellschaft absolvierte er eine Ausbildung zum Mediengestalter, derzeit verdient er seine Brötchen als Freiberufler. „Ich habe die eigenen Filme bei allen Aufträgen nie aus den Augen verloren“, sagt er. Neben Produktionen für Unternehmen schrieb er Drehbücher und drehte Kurzfilme, mit denen er sich erfolgreich bei Festivals bewarb (Infokasten).

Drei Dinge seien wichtig: Erfahrung („Drehen, drehen, drehen!“), Netzwerkarbeit und Vielseitigkeit. Der Mediengestalter steht nicht nur hinter der Kamera, er führt auch Regie, schreibt Drehbücher, schneidet und vertont den Film, er hat sich auch schon im Alter von 17 Jahren die 3D-Technik beigebracht.

Diese Vielseitigkeit hat ihm beim jüngsten Projekt wohl besonders genutzt, denn eigentlich war Thomas Bernecker zunächst „nur“ als Produzent vorgesehen. Er sprang jedoch für das Bundesamt für magische Wesen sozusagen als Generalunternehmer ein. Die Vorstellungen des ursprünglich vorgesehenen Regisseurs passten nicht ganz zum Budget des Filmes, schildert der 24-Jährige.

Über sogenanntes „Crowdfunding“ kamen aus der Fantasy-Gemeinde rund 12.000 Euro zusammen, hinzukamen Sachspenden, beispielsweise für die in großen Mengen benötigte Schminke. Hollywood plant mit ganz anderen Budgets. „Als ich gefragt wurde, ob ich auch Regie führen kann, habe ich zugestimmt“, sagt Bernecker. Auch das Drehbuch musste neu geschrieben werden. Aus einem kleinen Budget alles herausholen – das ist für den Freiberufler Alltag.

Geholfen haben ihm auch gute Kontakte zu Fantasy-Fans. 100 Darsteller aufzutreiben war nicht allzu schwierig. „Die Kostüme haben auch alle mitgebracht“, sagt Bernecker. Aus Sicht eines Produzenten könne es gar nicht besser laufen. Die Fraunhofer Gesellschaft habe sich ebenfalls beteiligt, Berneckers alter Ausbilder übernahm die Kamera, mehrere Azubis sammelten an den beiden Drehtagen im Maritim-Hotel Bonn Erfahrung. Es folgten drei Monate Nachbearbeitung – und so manche schlaflose Nacht für Thomas Bernecker. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, findet er. Zumal manche Einstellung sehr realistisch wirkt. Was daran liegen mag, dass auch Regierungsmitglieder beteiligt sind. Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesjustizministerium, tritt beispielsweise sehr glaubwürdig in Erscheinung: als Parlamentarischer Staatssekretär im Justizministerium. Wer weiß, vielleicht ist das Bundesamt für magische Wesen ja doch keine Erfindung...

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