Düren/Aachen - Ein Dürener ist designierter Karnevalsprinz in Aachen

Ein Dürener ist designierter Karnevalsprinz in Aachen

Von: Jörg Abels
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Aachens designierter Prinz Bernd I. (Marx) mit seinem Adjutanten Marcus Quadflieg (l.). Foto: ja

Düren/Aachen. „Dürener Platt kann ich recht gut. An Öcher Platt aber werde ich mich wohl nicht heranwagen.“ Bernd Marx muss lachen. „Da quälen wir Dich schon durch“, will Marcus Quadflieg die Worte seines Freundes nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen und weiß jetzt schon, wie das wohl klingen wird: „Öcher Platt mit Streifen.“

Dass sich der Dürener Bernd Marx überhaupt mit der ungewohnten „Fremdsprache“ beschäftigen muss, hat einen noch ungewöhnlicheren Grund: Der 44-jährige Dürener ist designierter Karnevalsprinz der Stadt Aachen. Marcus Quadflieg, selbst vor elf Jahren schon einmal Träger des närrischen Zepters der Kaiserstadt, ist sein Adjutant.

Müssen jetzt Dürener Karnevalisten schon Exil suchen, um sich ihren Kindheitsraum zu erfüllen, obwohl das Prinzenamt an der Rur seit zwei Jahren vakant ist? „Es hat sich in Düren einfach nicht ergeben“, räumt Bernd Marx ein. Und das hat einen pragmatischen Grund. Bis zum Ende der abgelaufenen Session dominierte für den 44-Jährigen, der nach eigenem Bekunden schon mit der Geburt vom Karnevalsvirus der Eltern infiziert wurde, das tänzerische Geschehen die fünfte Jahreszeit.

Bernd Marx ist ohne Frage einer der erfolgreichsten Trainer und Choreographen im karnevalistischen Schautanz der vergangenen Jahre. Schon im Jahr 2005 gewann er mit den Aktiven der Rölsdorfer KG „Kick Ens“ die Deutsche Meisterschaft im Bund Deutscher Karneval, ein Kunststück, das er 2008 und 2010 als Trainer im Aachener Norden mit der Gruppe „Friends of Fantasy“ der KG „Horbacher Freunde“ wiederholte. Karnevalistisch großgeworden ist er bei der KG Heedhase in Brandenberg. „Ich habe heute noch gute Kontakte zur KG ‚Kick Ens‘“, betont der Dürener, dessen Ehefrau Dagmar, Ehrenmariechen der „Horbacher Freunde“, 2007 den Hauptgrund für den Tapetenwechsel lieferte.

Mit der Tätigkeit im Aachener Norden wuchs nicht nur recht schnell die Affinität zum „Öcher Karneval“. Auch der eigentlich nie ganz vergessene Traum vom Karnevalsprinzen erhielt neue Nahrung, vor allem, nachdem der Dürener das Prinzenspiel für die 2012er Tollität Rainer I choreographiert hatte, ein kleines Theaterstück, das alljährlich Höhepunkt der Proklamationssitzung in Aachen ist. „Das Flämmchen fing wieder an zu lodern“, erinnert sich Marx. Und als dann die ersten Gespräche geführt wurden, stand für den zweifachen Familienvater schnell fest, seinen Hut in den Ring zu werfen. Eine Bewerbung, die den Elferrat des altehrwürdigen Aachener Karnevalsvereins überzeugte.

Vorgestellt wurde Bernd Marx vom AKV als designierter Prinz vor wenigen Tagen, offiziell proklamiert wird er am 11. Januar 2014 im Eurogress. Einen Termin, dem der 44-Jährige genauso entgegenfiebert wie dem Rosenmontagszug und der TV-Sitzung „Wider den tierischen Ernst“. Doch die Vorfreude beschränkt sich nicht nur auf die vermeintlichen Höhepunkte: „Ich bin stolz darauf, das Amt bekleiden zu dürfen, und freue mich eigentlich auf jeden einzelnen Auftritt.“

Gut 350 werden es von Mitte Januar bis Aschermittwoch wohl werden, dazu ein paar Dutzend im Vorfeld, schließlich engagiert sich der Aachener Prinz traditionell auch caritativ. Bernd Marx und sein Hofstaat wollen zwei Projekte unterstützen: den Förderkreis Öcher Schängche und den Ortsverband Aachen des Deutschen Kinderschutzbundes. „Der Tanz wird mit Sicherheit eine große Rolle während meiner Session spielen“, kündigt Bernd I. schon einmal an. Er will auch Schulen besuchen, um die Jugend im Rahmen des Sportunterrichts für den Karnevals aus tänzerischer Sicht zu begeistern.

Auch nach Düren will Prinz Bernd I. mit seinem Hofstaat kommen. „Der bereits ausgesprochenen Einladung von Bürgermeister Paul Larue werde ich natürlich gerne folgen.“

Doch bis dahin haben Bernd Marx und sein Adjutant Marcus Quadflieg noch einiges zu tun. Das Prinzenspiel mit ebenso einstudiert werden wie das Prinzenlied. An ein wenig Öcher Platt wird der Prinz aus Düren daher nicht vorbeikommen, auch wenn der Hofstaat als Background-Chor kräftig mitsingen wird, wie Adjutant Marcus verspricht.

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