Düren - Ein Campus für Düren: Studienvorbereitung der FH Aachen

Ein Campus für Düren: Studienvorbereitung der FH Aachen

Von: Jörg Abels
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Zwei alte Fertigungsgebäude auf dem Glashüttengelände will Investor Gerd Pelzer (l.) bis Oktober 2016 für das Freshman-Institut der FH Aachen in einen Studenten-Campus verwandeln. Foto: Abels

Düren. Studentisches Flair sucht man in der Schulstadt Düren bislang vergeblich. Aber das wird sich ändern. Auf dem ehemaligen Glashüttengelände im Dürener Norden entsteht bis Oktober 2016 ein Campus.

Das Freshman-Institut der FH Aachen wird in Düren ab dem Wintersemester in einem ersten Schritt 84 Studierende aus dem Ausland, die noch Probleme mit der deutschen Sprache haben oder denen andere Zulassungsvoraussetzungen fehlen, auf das Studium in Aachen oder an anderen Hochschulen in Nordrhein-Westfalen vorbereiten.

Das Institut ist an seinen bisherigen Standorten in Bedburg-Hau und Geilenkirchen an der Kapazitätsgrenze angelangt und auf der Suche nach einem verkehrstechnisch günstig gelegenen Erweiterungsstandort nach mehrjähriger Suche mit der Dürener Wirtschaftsförderung auf dem Gelände der früheren Glashütte fündig geworden.

Gerd Pelzer, Inhaber des sogenannten Glashütten-Parks, wird in den kommenden Monaten mehrere Millionen Euro in den Umbau zweier ehemaliger Fertigungshallen investieren. Zur genauen Höhe der Investition macht er keine Angaben. Aus einem Gebäude soll ein Internat werden, das andere wird zum Schulungszentrum umfunktioniert. Auch eine Mensa wird errichtet. Das Freshman-Institut wird die Gebäude in einem ersten Schritt für zehn Jahre anmieten, spricht aber jetzt schon von Erweiterung. Und die wäre auf dem weitläufigen Glashüttengelände auch problemlos möglich.

Was steckt hinter dem Projekt? „Wir können schon heute den Ingenieurbedarf nicht mit Studenten aus der Region decken“, erklärt FH-Rektor Marcus Baumann. Und die Lücke werde in Zukunft noch größer. Deshalb geht das Freshman-Institut seit Jahren im Ausland auf die Suche nach Bewerbern, vor allem in China und Indien, aber auch in anderen Teilen der Welt.

Wer die Aufnahmeprüfung besteht und einen der begehrten 500 Plätze ergattern kann, wird in Deutschland ein Jahr lang auf das sich anschließende Hochschulstudium vorbereitet, erklärt Professor Hermann-Josef Buchkremer, der das Freshman-Institut ins Leben gerufen hat und heute als Vorsitzender leitet.

Das Vorbereitungsjahr ist nicht kostenlos, beinhaltet gegen eine Gebühr aber ein „Rundum-sorglos-Paket“ mit Kost und Logis, Sprachunterricht und einem mehrwöchigen Betriebspraktikum, erklärt Freshman-Geschäftsführerin Maria Kappenstein.

„Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die jungen Absolventen aus dem Ausland – auch wenn sie in die Heimat zurückkehren wollen –, vorher oft noch ein paar Jahre in der Region bleiben“, unterstreicht Baumann die Bedeutung des Projekts auch für die heimischen Unternehmen. „Oft arbeiten sie aber auch in ihrer Heimat später für deutsche Firmen“, ergänzt er.

Daher könnten auch Dürener Firmen von der Ansiedlung des Freshman-Instituts profitieren. „Wir wissen, dass die Studierenden nach ihrem Freshman-Jahr vor Ort bleiben, wenn sie sich wohlfühlen und einen Studienplatz in der Nähe erhalten“, betont Buchkremer.

Das könnte für neue Impulse auf dem Dürener Wohnungsmarkt und in der Stadtentwicklung sorgen. Deshalb will Bürgermeister Paul Larue auch alles daran setzen, dass sich die Fachkräfte der Zukunft in Düren heimisch fühlen und sie möglichst gut in das gesellschaftliche Leben der Stadt integriert werden. Er freut sich, dass sich Düren ab Oktober 2016 auch Studentenstadt nennen darf, auch wenn FH-Rektor Marcus Baumann für den Begriff „FH Düren“ nur ein Schmunzeln übrighat.

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