Ein Bürgerprotest gegen die geplante Windkraftanlage

Von: Sandra Kinkel
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Professor Wolfdieter Reuter und Peter Neumann (rechts) setzen sich gegen die geplante Windkraftanlage ein. Foto: Sandra Kinkel

Obermaubach. „Wenn es hart auf hart kommt, überlege ich mir zu klagen. Wenn man sich nicht wehrt, hat man doch schon verloren.“ Peter Neumann, früherer Geschäftsführer des Krankenhauses Düren, ist überzeugter Eifeler. Seit vielen Jahren lebt er mit seiner Frau im Kreuzauer Ortsteil Obermaubach, und er liebt seine Heimat. Aber er ist auch in Sorge.

Die Gemeinde Hürtgenwald plant im Wald am Ochsenauel, also in direkter Nachbarschaft zu Obermaubach, die Errichtung von drei großen Windrädern.

„Wir sind hier direkt betroffen“, sagt Peter Neumann und spricht zum Beispiel vom starken Schattenwurf und dem Lärm, den die Windkraftanlagen verursachen. Gemeinsam mit Professor Wolfdieter Reuter und weiteren Mitstreitern hat Neumann eine Initiative gegen die geplanten Windkraftanlagen gestartet. Zuletzt haben Neumann und Reuter 620 Unterschriften gegen die Windkraftanlage an Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch übergeben.

„Ich bin nicht gegen Windkraftanlagen“, sagt Wolfdieter Reuter, der viele Jahre Bund-Vorsitzender war. „Im Gegenteil: Ich bin für den Ausbau regenerativer Energien. Schlecht ausgewählte Standorte wie der am Ochsenauel schaden allerdings nur.“ Nicht nur Bürger aus Obermaubach, ergänzt Peter Neumann, sondern auch viele Tagestouristen, die noch gerne nach Obermaubach kommen würden, hätten die Liste unterschrieben.

Wolfdieter Reuter: „Der geplante Windpark am Ochsenauel schadet Kreuzau und besonders Obermaubach. Davon wird der Tourismus stark betroffen sein. Hürtgenwald ist dagegen überhaupt nicht beeinträchtigt.“ Auch die Verantwortlichen in Kreuzau müssten sich darüber im Klaren sein. Neumann: „Ohne Obermaubach wäre Kreuzau doch überhaupt keine Fremdenverkehrsgemeinde.“

Der politische Wille im Rat der Gemeinde Hürtgenwald, die neuen Windkraftanlagen am Ochsenauel zu erreichten, ist ziemlich eindeutig. Bis zum kommenden Montag, 22. Juni, haben die Bürger die Möglichkeit, die genauen Pläne einzusehen und anschließend ihre Anregungen und Beschwerden zu formulieren. Wenn diese Eingaben geprüft sind, wird der Hürtgenwalder Rat endgültig über die drei neuen Windkraftanlagen entscheiden. Wann genau das sein wird, konnten die Verantwortlichen aus dem Rathaus am Dienstag noch nicht sagen.

Stefan Grießhaber, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Hürtgenwald: „Die Vorbereitungen für die neuen Windkraftanlagen laufen parallel zu den politischen Entscheidungsprozessen. Zum Beispiel arbeitet die Gemeinde schon an einem Pachtvertrag mit ‚Wald und Holz NRW‘, denen das Grundstück gehört, auf denen die Windräder errichtet werden sollen.“ Für Peter Neumann und Wolfdieter Reuter ein Unding. „Ich habe das Gefühl, wir kommen langsam aber sicher unter die Windräder“, so Neumann. „Hürtgenwald ist eine große Flächengemeinde, wo es sicherlich geeignetere Flächen für Windkraftanlagen gibt.“

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