Ein Blick hinter die Kulissen bei der Polizei

Von: Sarah Maria Berners
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Volker Heinen (r.) erklärte den DZ-Lesern die sogenannte ESO-Anlage, die Raser von allen Seiten blitzt und zwei Digitalbilder liefert, die selbst Motorradfahrer durchs Visier identifizierbar machen. Zudem wird das Kennzeichen aufgenommen. Foto: smb

Düren. Christian ist zwölf Jahre alt und Erfahrungen im Gangster-Milieu hat er noch keine gesammelt. Und trotzdem gelingt es ihm – mit einem handelsüblichen Schraubendreher ausgestattet – in wenigen Sekunden ein ebenso handelsübliches Fenster zu knacken. Später will Christian gerne Polizist werden und Einbrecher dingfest machen.

Einen Einblick in die Arbeit der Kreispolizeibehörde Düren haben Christian und 24 andere DZ-Leser am Dienstag beim „Blick hinter die Kulissen“ gewonnen. Die Polizeisprecherin Julie Greve und ihr Kollege Ralf Meurer zeigten in zweieinhalb informativen Stunden, welche vielfältigen Aufgaben von Opferschutz bis zu Todesermittlungen die Polizei hat.

Blick durch die Messgeräte

Ein wichtiger Baustein der Polizei ist die Einbruchsprävention. Nicht nur Christian war mehr als überrascht, wie einfach es ist, ein Fenster zu öffnen, wenn man weiß, wie es geht. Dietmar Schorn hat es ihm gezeigt. Er ist bei der Dürener Polizei dafür zuständig, den Menschen zu erklären, was sie zu ihrer eigenen Sicherheit tun können. „Sie müssen dem Einbrecher die Zeit stehlen“, appellierte er an die DZ-Leser. Mit sichereren Fenstern könne man schon viel bewirken.

Ein weiterer wichtiger Baustein in der Arbeit der Polizei ist die Unfallprävention. „Wenn die Geschwindigkeit sinkt, sind die Folgen von Unfällen weniger schwer“, betonte Ralf Meurer. Deswegen setzt die Polizei neben präventiven Programmen in Schulen und Kindergärten auch auf Tempokontrollen. „Wir wissen, dass die Menschen uns vorwerfen, nur Geld für die Landeskasse einzunehmen“, sagte Volker Heinen in der Diskussion mit den Lesern. Auf der anderen Seite gebe es aber sehr viele Menschen, die bei der Polizei anrufen, um Wunsch-Messstellen zu nennen, an denen viele Fahrzeuge zu schnell unterwegs seien. Er und seine Kollegen vom Verkehrsdienst demonstrierten, wie die Polizei die Geschwindigkeit misst.

Die DZ-Leser durften einen Blick durch das Lasergerät werfen. Sie durften sich das Video-Motorrad, das vor allem auf den Motorradstrecken in der Eifel eingesetzt wird von Nahem anschauen und auch einen Blick auf die komplexe Technik der 180 000 Euro teuren ESO-Anlage werfen. Die Polizisten plauderten auch ein wenig aus ihrem Berufsalltag, von einsichtigen und weniger einsichtigen Rasern und von Tricks, die sie längst durchschaut haben. „Wir haben in diesen Tagen in einer 30er Zone die Geschwindigkeit gemessen“, schilderte Karl-Heinz Hamacher, Leiter des Verkehrsdienstes. „Aber obwohl dort gut sichtbar Kinder standen, haben wir drei Fahrer mit mehr als 70 Stundenkilometern erwischt.“ Klar, dass die jüngeren Teilnehmer der Aktion auch mal Platz in einem Streifenwagen nehmen durften.

„Wir haben Gäste“

Noch spannender war der Gang durch den Zellenflur. „Sie hören, wir haben Gäste“, sagte Julie Greve augenzwinkernd, während eine Person heftig gegen die Türe trommelte. Von innen versteht sich.

Vor den Türen lagen die persönlichen Gegenstände der Zellenbewohner und nach einem Blick in eine der leeren, kahlen Zellen, die mit einer schweren Tür verschlossen werden, waren die Besucher doch recht froh, diesen Flur wieder verlassen zu können. Aber nicht ohne noch einen kurzen Blick in den Raum zu werfen, in dem die Delinquenten erkennungsdienstlich behandelt werden. Also den Raum, wo Fotos und Fingerabdrücke abgenommen werden.

Von dort ging es für die DZ-Leser in die Leitstelle, das Herzstück der Kreispolizeibehörde und in die Befehlsstelle. „Von der Befehlsstelle aus werden größere Einsätze, zum Beispiel im Hambacher Forst, koordiniert“, beschrieb Leitstellen-Chef Hubert Zimmermann. Von den drei Arbeitsplätzen in der Leitstelle, die rund um die Uhr besetzt sind, werden alle Einsätze im Tagesgeschäft koordiniert. Dort laufen alle Notrufe auf.

Beim Blick hinter die Kulissen gab es viele Informationen, aber es wurde auch viel gescherzt. „Ich hatte gedacht, dass hier alles viel ernster wäre“, sagte der zehn Jahre alte Paul nach der Tour. Und das ist auch eine Botschaft, die die Polizei vermitteln möchte. „Wir sind für Ihre Sicherheit zuständig. Aber dafür ist eine gute Zusammenarbeit nötig“, sagte Ralf Meurer. Er ermutigte die Teilnehmer, bei verdächtigen Beobachtungen keine Scheu zu haben, die 110 zu wählen. „Das ist unser Job.“

Ein Job, den auch Johannes Wollny, Schüler am „Stiftischen“, in einigen Jahren erlenen möchte. „Der Beruf ist sehr vielseitig und hat einige Herausforderungen.“

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