Düren - Ein Blick auf traditionelle Trachten ferner Länder

Ein Blick auf traditionelle Trachten ferner Länder

Von: Kim Statzner
Letzte Aktualisierung:
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Diese beiden Modells zeigen die traditionelle Landestracht für Frauen aus Sri Lanka: den Sari. Foto: Statzner

Düren. Farbenfroh, laut und bei bester Stimmung zeigten der Irakisch-Kurdische Sport- und Kulturverein und der Tamil Makkal Kulturverein am Samstag traditionelle Landestrachten. Bei der Modenschau im Großen Saal der Evangelischen Gemeinde zu Düren präsentierten Vereinsmitglieder und Gäste aller Altersklassen die Kleider und Gewänder aus Kurdistan und Sri Lanka.

Die Veranstaltung fand im Zuge der Interkulturellen Woche der Stadt Düren unter dem Motto „Vielfalt verbindet“ statt.

„Wir identifizieren uns mit der Kleidung und wollen die Tradition aufrechterhalten“, erklärt Sonja Salam vom Irakisch-Kurdischen Sport- und Kulturverein. „Wir haben auch einen Tag in Kurdistan, an dem alle in der Uni oder auf der Arbeit die traditionelle Kleidung tragen. Die ältere Generation trägt auch im Alltag noch eine schlichtere Version der Tracht, aber die aufwendig dekorierten Kleider, werden nur zu besonderen Festen angezogen.“

Die 25-jährige Studentin nahm selber an der Modenschau teil und erklärte den Aufbau der Landestrachten. Unter einem Kleid aus dünnem besticktem Stoff tragen Frauen eine weite Hose und ein Unterhemd. Darüber wird entweder eine Weste, genannt Helak, oder ein Mantel, der Kawa, getragen. Dazu kommen noch ein dekorierter Gürtel, Schmuck und Kopfschmuck. Männer sind mit einer ähnlichen weiten Hose bekleidet, darauf Hemd und Jacke. Außerdem gehören besondere Schuhe aus Bast dazu. „Früher war es ein Zeichen des Wohlstandes, wenn man besonders viel Schmuck oder einen aufwendigen Kopfschmuck hatte“, sagt Sonja. „Außerdem standen verschiedene Farben und Muster einmal für die Heimatregion oder den Klan. Heute haben die aber keine Bedeutung mehr.“

Der Tamil Makkal Kulturverein präsentierte außerdem Landestrachten aus Sri Lanka. Hier konnten die Zuschauer aufwendige Saris bewundern. Das Kleidungsstück für Frauen ist vor allem aus Indien bekannt und wird schlicht im Alltag oder aufwendig bestickt und verziert zu festlichen Anlässen getragen. Männer haben lange Gewänder mit passenden Schaals oder eine Art Wickelhose an, genannt Dhoti.

„Wir haben fleißig geübt und Musik vorbereitet“, sagt Lekki Tharmalingam bei der Generalprobe vor der Modenschau. „Bei uns machen ja auch einige mit, die nicht aus Sri Lanka kommen, aber unbedingt dabei sein wollten.“ So auch Winfried Simon von der Integrationsagentur der evangelischen Gemeinde Düren. „Es ist schon schwierig nicht zu stolpern“, lacht er nach seinem Debüt auf dem Laufsteg. „Gerade als Mann trägt man ja hier seltener lange Gewänder. Das war schon etwas ungewohnt, aber hat auch großen Spaß gemacht.“

Auch die Integrationsbeauftragte der Stadt Düren, Sabine Kieven, wurde für die Modenschau professionell eingekleidet. „Die Begegnungen sind das Tolle an dieser Arbeit“, sagt sie. „Wenn man selber mitmacht, kann man andere Menschen und Kulturen am besten kennenlernen.“ Auch sie war allerdings erleichtert nach dem Auftritt wieder in Jeans, ganz ohne Stolpergefahr, schlüpfen zu können. Im Anschluss spielte die Musikgruppe des Irakisch-Kurdischen Sport- und Kulturvereins mit Ahmed Salim und Dashti Salam für die Besucher.

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