Ein beinahe intimes Konzert mit Frau Karo

Von: Hannes Schmitz
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Bot ein überzeugendes Konzert: Frau Karo, die an der Dürener Musikschule Gesang unterrichtet, war mit Gitarrist Jonas Hemmersbach im Teuterhof zu Gast. Foto: Hannes Schmitz

Düren. Frau Karo sang fürs Herz, spielte kreuzfidel auf ihrem E-Piano und betörte öfters mit einer Stimme, die darauf schließen ließ, dass sie Gesang von der „Pik(e)“ auf erlernte. Der Dürener Jazz Club präsentierte mit ihr eine Sängerin im Teuterhof, die sicherlich nicht in gängige Vorstellungen von Jazz und seinen Spielarten passte.

Ihr Auftritt war eine Reise durch musikalische Gefühlswelten, wobei sie ihre Ankerplätze im Pop, Soul und Rock hatte und dabei einen besonderen Hang zum Indie Pop offenbarte. Ihre Songs strahlten Harmonieseligkeit aus, waren voller Emotionen und Leidenschaft. Im Zentrum ihrer Musik stand ihre Stimme, die alle Fäden zog, auf die die Arrangements abgestimmt waren.

Mit Jonas Hemmersbach hatte sie zudem einen Gitarristen an ihrer Seite, der als Solist oder Begleiter mit den Grundstein dafür legte, dass ihre Stimme umso mehr akzentuiert wurde. Kräftige Gitarrenriffs und gekonnte Schlagbeats unterstützten eindrucksvoll die musikalische Intensität. Für Frau Karo war der Auftritt im Teuterhof am Rande des Willy Brandt-Parks in gewisser Weise ein Heimspiel.

Unterricht an Musikschule

Die Sängerin unterrichtet als Karo Fruhner an der Dürener Musikschule Gesang. Und einige ihrer Schüler fanden den Weg in den Saal, der etwas mehr Ambiente für musikalische Auftritte verdient hätte. Zwei Musiker vor eine weiße Wand gesetzt, das strahlt eher Kälte aus.

Aber da war die Stimme und die Musikalität der jungen Künstlerin, die es schon vor einiger Zeit in die TV-Sendung „The Voice of Germany“ schaffte, die Wärme in den Raum zauberte und das etwas triste Äußere vergessen ließ. Ihr Umgang mit der Musik – Inspirationen fand sie unter anderem bei Florence Welch, Alanis Morissette, bei der Band Daughter oder Sänger Johnny Cash – hatte etwas Glaubhaftes und Geradliniges.

Frau Karo überzeugte nicht nur durch Spielfreude, sondern bot eine luftig-transparente Performance, in der ihre Songs, nur mit Piano/Keyboard begleitet, optimal zur Geltung kamen. Ein fast schon intimes Konzert, bei dem man die Seele baumeln lassen konnte. Frau Karo war immer dann am besten, wenn sie es vermied, auf die Rockröhren-Tube zu drücken – viel Beifall für einen gelungenen Auftritt.

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