Düren - Ein „Anwalt der Patienten“ geht in den Ruhestand

Ein „Anwalt der Patienten“ geht in den Ruhestand

Von: Christoph Hahn
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Foto: Hahn

Düren. Die gute Nachricht: Niemals geht man so ganz – auch Toni Straeten nicht. Auch wenn er am Samstag, 2. Februar, 18 Uhr, mit einer Messe in der Eingangshalle des Krankenhauses Düren an der Roonstraße aus dem aktiven Dienst als Seelsorger verabschiedet wird – der Priester bekennt trotzdem: „Ich bin Öcher, aber ich bleibe in Düren.“

Der Nachfolger ist schon bekannt – und kommt aus der Region: Pfarrer Rainer Mohren, Spätberufener und gelernter Metzger aus Schlich, wird die Nachfolge des aus dem heute zum Aachen zählenden Soers stammenden Bauernsohns Anton Straeten übernehmen. Bis zur Jahreswende war Mohren als Pfarrer im Aachener Nordkreis tätig. Mohren wird, wie am Freitag bekannt wurde, die Seelsorge an der Roonstraße im Team mit seinen an den Krankenhäuser in Birkesdorf und Lendersdorf tätigen Kollegen übernehmen.

Für den Vorgänger Toni Straeten, der 31 Jahre lang Patienten wie Angestellten zur Seite gestanden hat, bietet die anstehenden Wachablösung Gelegenheit zum Rückblick – und darauf, sich auf Reisen sowohl nach Indien als auch zum einen oder anderen Spiel von Alemannia Aachen und Bayern München zu freuen. Vor allem aber sind die traurig, die den etwas unkonventionellen, engagierten Geistlichen ohne jedes prälatenhafte Flair schätzen gelernt haben: „Ich habe ihn schnell als Hilfe kennengelernt“, erinnert sich der Geschäftsführer, Dr. Gereon Blum, der im Krankenhaus als Anästhesist seine Laufbahn begonnen hat.

Er attestiert dem scheidenden Pfarrer: „Er hat immer 200, zumindest aber 130 Prozent geleistet.“ Auch der Ärztliche Direktor Dr. Bertram Barden outet sich als uneingeschränkter Straeten-Fan: „Sie waren nicht nur Anwalt der Patienten, sondern auch der Beschäftigten.“ Außerdem: „Es ist gut, dass sie die christliche Nächstenliebe und Ethik repräsentieren.“ Und auch der Dürener Bürgermeister Paul Larue sowie die stellvertretende Landrätin Liesel Koschorreck, beide an verantwortlicher Stelle im Aufsichtsrat des Hospitals tätig, stimmen in den Jubelchor ein.

Der Nicht-ganz-Pensionär, der seine Arbeit in der Trauerpastoral sowie in der geistlichen Betreuung von Ehrenamtlern in der Hospizarbeit und für sterbenskranke Menschen weiterführen will, bleibt trotz der vielen Menschen, die ihn jetzt noch einmal ans Herz drücken bescheiden: „Ich bin überrascht von den großen Würdigungen“, bekundet Toni Straeten und fügt hinzu: „Das Loslassen fällt mir schwer.“

Seinen Rang in der Hierarchie des Krankenhauses beschreibt Straeten ebenfalls ganz unpathetisch: „Ich war einer, der hier gearbeitet hat.“ Ebenso ohne wolkige Begriffe kommt sein Credo aus: „Die Kirche muss für Menschen in der Not da sein.“ Besonders darum war ihm „der Kampf, die Kapelle wie jetzt im Eingangsbereich zu haben“, wichtig. Dabei hat Straeten Grenzen zwischen Bekenntnissen und Religionen überwunden und sich mit anderen Dürenern für die Schaffung eines muslimischen Gebetsraumes nahe der Kapelle engagiert.

Dabei waren hochtrabende Worte nie die Sache des Gottesmannes, der eigentlich vom Land stammt und doch in der Stadt seinen Weg gefunden hat. Sein Medium waren auch nicht so sehr kirchliche Riten, wenngleich er deren Würde nicht zuletzt auch in der Marienkirche, in deren unmittelbarer Nähe er wohnen bleibt, als Prediger und Liturge gewahrt hat. Toni Straeten zieht die Summe seines Tuns ebenso unaufdringlich wie er auf den Fluren und in den Zimmern gewirkt hat: „Das Medikament Hoffnung – das habe ich hier eingesetzt.“

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