Ein anspruchsvolles Konzert auf der Orgel

Von: Georg Neulen
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Die Lehrer Klaus Van den Kerkhoff und Stefan Iseke (links) hinter den sitzenden C-Kandidaten Benedikt Kaliciak, J Johannes Schlagloth, Elke Blesken, Jochen Hoffmann sowie. Hans-Josef Loevenich zwischen Daniel Strack und Simon Jörres. Foto: Georg Neulen

Düren. Kaum beachtet vom Publikum wurde die Präsentation von sechs Orgelschülern, dabei nur einer weiblichen Spielerin, in St. Josef im Rahmen des 8. Dürener Orgelherbsts zu einer musikalischen Seminarveranstaltung. Umso dringlicher verband Regionalkantor Hans-Josef Loevenich dabei die Werbung um Nachwuchs an Kirchenorgeln.

Wenn in Kürze 70 Prozent aller katholischen Kirchenmusiker in Pension gingen und nach Stefan Isekes Aussage auch in Evangelischen Kirchen viele Stellen unbesetzt seien, sei man mehr denn je auf Nebenberufler angewiesen.

Sowohl die katholische wie die evangelische Kirche bilden Organistinnen und Organisten im Nebenamt aus. Die C-Prüfung als Kirchenmusiker ist dabei sehr anspruchsvoll mit einem Studium von zwei bis drei Jahren und dem Fächerkanon einer Musikhochschule, der Tonsatz, Harmonik, Gehörbildung, Gesang, Chorleitung, aber auch liturgische Gestaltung, Orgelbau und Musikgeschichte mit einschließt.

In St. Josef präsentierten sich je zwei Bewerber, die in evangelischer und katholischer Ausbildung vor der C-Prüfung stehen oder sie gerade absolviert haben. Zwei weitere Kandidaten beschränken sich „nur“ auf Ausbildung und Prüfung ihres Orgelspiels. Der Evangelische Kirchenkreis Jülich bietet zusammen mit Aachen unter Leitung von Elmar Sauer ab Herbst 2018 wieder einen Kurs an, der offen ist für junge Studenten wie für Senioren.

An der Orgel in St.Josef entstand ein vielfarbiges, anspruchsvolles und anregendes Konzert. Benedikt Kaliciak stimmte dazu mit zwei Praeludien in cis-Moll und h-Moll von Johann Caspar Fischer ein. Daniel Strack spielte Praeludium & Fuge a-Moll aus der Schule Johann Sebastian Bach/Krebs. Jochen Hoffmann stellte Max Regers strengen Choral über „Eine feste Burg“ vor und brillierte mit einer umfangreichen „Fantasie“ von Michael Schütz.

Elke Blesken, die einzige Frau in diesem Kreis, begann mit Bachs Orgel-Vorspiel zu „Wachet auf“, überraschte dann mit einem modernen Stück von Dominik Susteck, das mit Schellenkranz und Tamburin zur „Orgel-Percussion“ wurde.

Johannes Schlagloth, ein Enkel des früheren Musikdirektors Wilhelm Heinrichs, führte als „Heimspiel“ drei Werke auf, Andrew Fletchers „Psalm Prelude“, Josef Gabriel Rheinbergers farbiges „O Haupt voll Blut und Wunden“ und das C-Dur-Praeludium Nr.1 der Bach/Krebs-Schule.

Den Abschluss in der Kirche an der Piustraße gestaltete Simon Jörres mit dem umfangreichen Bachwerk Praeludium & Fuge BWV 545 a-Moll, das raumfüllend, dann sanft und mit mächtiger Fuge endete.

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