Eigenes Patenkind sexuell genötigt: Therapie und Auflagen

Von: Wolfgang Schumacher
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Sven W. hatte seit seiner Festnahme im Juni in Haft gesessen. Symbolfoto: Patrick Seeger/dpa

Aachen/Düren. Altenpfleger Sven W. aus Düren hat noch einmal Glück gehabt. Die 5. Große Strafkammer am Aachener Landgericht sprach den 27-Jährigen am Mittwoch schuldig, sexuelle Handlungen an einem Kleinkind vorgenommen zu haben. Die Strafe wurde jedoch unter strengen Auflagen zur Bewährung ausgesetzt.

W. hatte zugegeben, im Juni 2016 in seiner Wohnung bei seinem erst dreijährigen Patenkind sexuell aktiv geworden zu sein, indem er dessen Geschlechtsteil manipuliert hatte.

Der Junge hatte später seinem Vater offenbart, dass der Patenonkel ihn beim Windelwechseln angefasst habe und er, der Junge, das nicht wolle. W., der sofort geständig war, wurde noch im Juni verhaftet und saß seitdem in Haft. Die Kammer mit dem Vorsitzenden Richter Roland Klösgen hielt dem Angeklagten zugute, dass er sofort und umfassend gestanden habe.

So blieb das Urteil mit einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten vergleichsweise milde. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, auch weil W. ein bislang unbescholtener Ersttäter ist.

In der Urteilsbegründung stützte sich die Kammer auf das Gutachten einer Psychiaterin. Sie hatte zwar durchaus beginnende pädophile Neigungen festgestellt, die sich jedoch noch nicht gefestigt hätten. Sie könnten, erklärte die Gutachterin weiter, durch eine engmaschig überwachte Therapie zurückgedrängt werden.

Das Gericht schloss sich dem an und ordnete ein dichtes Überwachungsgeflecht für Sven W. an. Dies ist verbunden mit der Auflage, allen Orten fernzubleiben, an denen Kinder sich üblicherweise aufhalten. Ansonsten werde der Dürener umgehend wieder in Haft genommen.

Ob das Urteil rechtskräftig wird, hängt von der Staatsanwaltschaft Aachen ab, die ursprünglich eine Haftstrafe ohne Bewährung beantragt hatte.

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