Nideggen - Eifelkrimis auf der Burg: „Mordsvergnügen“ in passendem Ambiente

Eifelkrimis auf der Burg: „Mordsvergnügen“ in passendem Ambiente

Von: Bruno Elberfeld
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Ralf Kramp, Guido Breuer und Carola Clasen (v.l.) lasen auf Einladung der Damen Käthe Rolfink und Luzia Schlösser Krimis auf Burg Nideggen. Foto: Bruno Elberfeld

Nideggen. Fast schon unheimlich, die Kulisse: Kerzen in allen Formen, Fackeln zeigten schon ab dem Parkplatz vor der Burg den erwartungsvollen Besuchern den Weg zu den Tatorten. In den Schießscharten flackerten Fackeln, die das alte Gemäuer, die Sträucher und Bäume in ein geheimnisvolles Licht tauchten.

Das war so gewollt. „Burgherrin“ Luzia Schlösser, Leiterin des Burgenmuseums, und Käthe Rolfink, Vorsitzende der Kulturinitiative des Kreises Düren, wollten der ersten Veranstaltung dieser Art auf der Burg einen geheimnisumwitterten Anstrich geben.

Ziel erreicht

Das Ziel – und die 240 Besucher bestätigten das nach dem Event – wurde erreicht. Das Ambiente auf dem Burghof und in den Räumen des Bergfrieds überwältigte, besonders die Gäste, die nur selten die Gelegenheit wahrgenommen hatten, die mittelalterliche Festungsruine in Augenschein zu besuchen.

Drei Autoren, bekannt für ihre Krimis mit Eifeler Lokalcolorit, waren angereist, um die Männer und Frauen in die rechte „Mordsstimmung“ zu bringen. Mordsvergnügen, so war die Veranstaltung untertitelt, und Vergnügen hatten die Hörer bei den Lesungen im Übermaß. Immer wieder war aufbrandendes Gelächter auch außerhalb des Burgturms vernehmen.

Tee als Öl für die Stimme

Unter dem „Dachjuchhe“ las Guido Breuer, eingemummt in dicke Wolle, und trank immer wieder Tee, um sich aufzuwärmen und seine Stimme zu ölen. Breuer las aus einem Krimi mit der Hauptfigur Lorenz Berthold, der als Bewohner der Nideggener Seniorenresidenz Burgblick seine Langeweile vertreibt, indem er in der Rolle des Kommissars Wollbrandt Ermittlungen durchführt, was natürlich immer wieder zu zahlreichen Irritationen führt.

Charmant und eloquenr

Zwei Etagen unter Breuer residierte in einem angenehm geheizten Raum Ralf Kramp, schon seit vielen Jahren besonders mit Kurzkrimis voller Kurzweil unterwegs. Charmant, eloquent, ganz in die Rollen seiner Akteure eingetaucht, verursachte Kramp bei seinen Hörern immer wieder Lachsalven. Es ist ja auch zu komisch, das Märchen von Rotkäppchen zu hören, wo die Rotbekappte den Wolf, eingefleischter Vegetarier, zum Verspeisen der Großmutter veranlasst.

Oder ein Verkaufsgespräch zu hören, bei dem ein Supermesser, besonders für den Mord an Ehegatten geeignet, angepriesen wird. Am Schluss des Gesprächs, bei dem Ralf Kramp alle fünf Rollen übernommen hatte, blieb nur noch ein Messer über. Das hatte sich der Moderator selbst ausbedungen.

Winrad wird zum Killer

In der Burgkapelle schließlich wartete Carola Clasen auf die Gruppen, die in Stärken zu 80 Leuten im Bergfried rotierten. Ein Mann ermordet seine Frau und entsorgt sie – verpackt zu einem Plastikbündel – mithilfe eines Freundes im Wald. Clasen schildert das Ereignis aus der Perspektive der Ermordeten, die posthum ihre Eindrücke mitteilt. Ebenfalls ziemlich ungewöhnlich die Geschichte eines Windrades, das in seiner Langeweile einen Betrachter mit einem seiner „Arme“ erschlägt.

Zufrieden waren die Veranstalter, zufrieden die Autoren, sehr angetan die meisten Besucher, die das Gesamtpaket über den Klee lobten. Für Musik im Zelt vor dem Burgenmuseum sorgten Steffen Engelhardt (Gitarre) und Alexander Forves .

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