„Eifel-Gäng“ reizt die Lachmuskeln mit deftigen Pointen

Von: Gudrun Klinkhammer
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Günter Hochgürtel, Manni Lang und Ralf Kramp (v. li.) hatten selber viel Spaß bei der „Arbeit“. Als „Eifel-Gäng“ sind sie seit einigen Jahren erfolgreich unterwegs und machen diverse Spielstätten unsicher. Foto: gkli

Zerkall. Die „Eifel-Gäng“ überfiel und fesselte am Samstagabend rund 100 Besucher im Nationalpark-Infopunkt in Zerkall. Das Gute: Die Besucher ließen es mit Genuss geschehen, denn das sehr unterhaltsame Trio ließ keinen Trick unversucht, an den Zwerchfellen ausdauernd herum zu sägen und auf diese Weise selbst trockenste Gemüter zu knacken.

Die beliebte Bande, über deren „Einbrüche“ sich Veranstalter wie Gäste gleichermaßen freuen, besteht aus dem Liedermacher, „Wibbelstetz“-Frontmann und Journalisten Günter Hochgürtel, dem Journalisten und Diakon Manfred „Manni“ Lang und dem Autor, Karikaturisten und Verleger Ralf Kramp. Diese sympathische Bande ergibt einen sowohl sinnlich klingenden als auch humorvoll-bissigen Dreiklang, der locker einen Abend füllt.

Fast immer im Wechsel gehen die Unterhaltungsspezialisten ans Werk. Troubadour Günter Hochgürtel bildet mit seinem Gesang, seinem Mundharmonika- und Gitarrenspiel dabei das musikalische Bindeglied. Die meisten seiner eingängigen Lieder haben in der Eifel inzwischen einen gewissen Kultstatus erlangt. „Dat ruede Ribbelche“, also ein kleines Zweirad unter 50 Kubikzentimeter, präsentierte Günter Hochgürtel ebenso wie „Das rote Herz im Wohnmobil“. Derartige Wohnmobile, in denen „Verkehrsexpertinnen“ ihrer Arbeit nachgehen, stehen beispielsweise in Reetz am Ende der Autobahn 1. Günter Hochgürtel sagte sarkastisch und zielte damit auf die gelegentlich merkwürdigen Gebaren der Politik hin: „Das ist genau dort, wo ein Haselhuhn den Weiterbau der A 1 verhindert.“

Neu schrieb er kürzlich den Titel „Irgendwann muss de john“. Anlass war der Tod seiner Mutter, wie er am Rande der Veranstaltung berichtete. Als weiteres, putzmunteres Bandenmitglied mit der Lizenz zum Lachmuskel triezen empfahl sich Manni Lang. Mit raumfüllender Stimme und in Mundart berichtet er aus der tiefsten Seele der Eifel. Die Eifeler sind eben ein ganz spezielles Völkchen, wissen sich in jeder Lage zu helfen und sparen viel Zeit, indem sie „Platt“ sprechen. Musste etwa früher ein uneheliches Kind in Hellenthal auf dem Gemeindeamt bei Werner Rosen angemeldet werden, dann übernahm diesen pikanten Part die „Omma“.

In weniger als 20 Sekunden machte sie die Lage klar: „Oss Änn: Fuffzehn mohl op de Kirmes – nühs. Oss Draut: eehmool Katholikendaach – dä!“ Auch hervorstechenden Personen des Kreises Düren widmete Manni Lang deftige Pointen. So berichtete er, wie Dürens Landrat Wolfgang Spelthahn loszog, um einen Papagei zu erwerben. Zwei Papageien kamen in die engere Wahl, weil sie laut Zoohändler mehr konnten als jede Chefsekretärin. Ein dritter Papagei stach alle aus: Dieser redete selbst zwar nicht, aber die anderen sagten „Chef“ zu ihm. Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer wurde des Pastors mit den Themen Golfen und Einlochen konfrontiert. Weiter plauderte Manni Lang über „ne Schadeng“, also einen nicht mehr vermittelbaren Altgesellen und über die Fahrt „op Kölle erup“ zum Möbelkauf nach „Ikebana“.

Der dritte Obergauner der Bande, Ralf Kramp mit seinem ausgeprägten Hang zu kriminellen Texten, widmete sich in seinem Kurzkrimi „Alles Böse kommt von unten“ endgültig der Unterwelt. Vermeintliche Maulwürfe pflügen den Rasen von Ferdi um, bis dieser zu Gas und Flamme greift. In seinem eigenen Grab landet Protagonist Ferdi nur noch stückweise. Die vom Geschehen gefesselten Besucher waren komplett hingerissen und lachten und applaudierten in rhythmischem Wechsel.

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