Düren - Ehrenbürger Josef Vosen: Mit Herz und Verstand für Düren

Ehrenbürger Josef Vosen: Mit Herz und Verstand für Düren

Von: Fred Schröder
Letzte Aktualisierung:
Seit 50 Jahren wurde diese Ehr
Seit 50 Jahren wurde diese Ehre nicht mehr verliehen: Bürgermeister Paul Larue ernannte Josef Vosen zum Ehrenbürger der Stadt. Foto: Schröder

Düren. Jetzt steht er in einer Reihe mit Heinrich Spies, Josef Schregel und August Klotz „und in der Anwartschaft auf einen Platz am Brunnen der Dürener Originale”, wie Bürgermeister Paul Larue bei Überreichung des Ehrenbürgerbriefes mutmaßte.

Josef Vosen, Bürgermeister der Stadt Düren von 1984 bis 1999 und über 25 Jahre in der Kommunalpolitik tätig, ist jetzt der neunte Ehrenbürger seiner Heimatstadt. Der erste nach nunmehr 50 Jahren, denn seit 1961 an Heinrich Spies wurde diese Ehre nicht mehr verliehen. Deshalb sprach Paul Larue auch von „einem Jahrhundert-Ereignis, mit dem ein monumentales kommunalpolitisches Lebenswerk gewürdigt wird”.

Viel Gäste gaben dem „bodenständig und in dieser Stadt verwurzelten Vollblutpolitiker”, so Bürgermeister Paul Larue in seiner fast einstündigen Laudatio, die Ehre. Kein Gremium, in dem Vosen nicht mitmischte, und seine politischen Scharmützel mit dem ebenfalls unter den Gästen weilenden ehemaligen „Kurfürsten von Köln”, Regierungspräsident a.D. Franz-Josef Antwerpes, sind schon legendär.

Aus der Riesen-Liste der Vosen-Verdienste konnte Larue Nachfolger Larue nicht alle erwähnen, verwies aber darauf, dass Vosen wegweisende Einrichtungen geschaffen oder nach Düren geholt habe. Er habe die Infrastruktur ausgebaut („Der Spaten war und bleibt sein Markenzeichen”), den sozialen Zusammenhalt gefördert und entsprechende Initiativen gefördert. Dem kulturellen Leben, insbesondere dem Karneval und der Annakirmes, galt seine besondere Aufmerksamkeit.

Breiten Raum in den Würdigungen des Bürgermeisters und auch der internationalen Gäste nahm Vosens Internationalität ein. „Für Sie war der Mensch maßgebend”, lobte Larue und hob die Rückführung bosnischer Kriegsflüchtlinge in ihre Heimat ganz besonders hervor. Ferhat Mustafic, Ex-Bürgermeister der Partnerstadt Gradacac, deren Ehrenbürger Josef Vosen ebenfalls ist, würdigte wie Dr. Theodoros Kallianos von der EU-Kommission diese für Europa beispielhafte Aktion. „Nur wer heftig brennt, kann auch entzünden”, umschrieb der EU-Beamte Vosens Temperament, das von Paul Larue so skizziert wurde: energisch bis eigenmächtig, leidenschaftlich bis hitzig, humorvoll bis spaßig. „Wenn der Name der Stadt einen guten Klang hat, ist das Ihr Verdienst”, rundete Larue sein Bild vom neuen Ehrenbürger ab, „der mit Herz und Verstand in und für diese Stadt über Jahrzehnte gewirkt und ihre Entwicklung nachhaltig beeinflusst hat”.

Die Reihe der Gratulanten war lang. Die Vorsitzenden der Ratsfraktionen, Abordnungen aus den Partnerstädten und die Repräsentanten der Sozialdemokratie. Völlig überraschend für Josef Vosen und Ehefrau Monika, die den größten Teil des Jahres in Griechenland leben, war ihr direkter Nachbar aus dem kleinen Ort auf dem Peloponnes noch kurzfristig eingeflogen.

Und Willi Ruland, ehemals Autohändler und vom Ursprungsberuf her Bäcker, hat eigens für Jupp Vosen eine Festtorte gebacken. „Mein Herz ist hier”, versicherte Josef Vosen in seinen Dankesworten und stellte klar: „Das, was in Düren geschehen ist, haben wir alle gemacht.” Zum Schluss das Vermächtnis des neuen Ehrenbürgers: „Schloss Burgau muss fertig werden”. Für den Förderverein, dessen Mitglied er ist, will Josef Vosen „im Herbst Klinken putzen”. So, wie es seine Art ist.
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