Ehrenamtspreis der Stadt Düren: Für Engagement ausgezeichnet

Von: Sandra Kinkel
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Ludwig Sauerbier (sitzend) ist einer von vielen, die Bürgermeister Paul Larue (links daneben) für ihr außergewöhnliches ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet hat. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Zwischen Ludwig Sauerbier und Eva Wilms liegen 59 Jahre. Sauerbier ist 86 Jahre alt, Wilms 27. Trotzdem haben der alte Herr und die junge Frau eins gemeinsam: Beide gehören zu den fünf Einzelpersonen und fünf Gruppen, die Dürens Bürgermeister Paul Larue am Samstag für ihr Engagement mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Düren ausgezeichnet hat.

Ludwig Sauerbier engagiert sich seit 1963 rund um die Marienkirche, Eva Wilms gehört zum Team der ehrenamtlichen Helfer des stationären Hospizes am St.-Augustinus-Hospital in Lendersdorf. Die junge Frau betreut die Menschen, die im Hospiz leben, geht mit ihnen spazieren. „Ich habe Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten Medizin und Gesundheitswesen studiert“, erzählt Eva Wilms.

„Und zwischen Studienabschluss und Berufsanfang wollte ich etwas Sinnvolles tun. So bin ich zum Hospiz gekommen.“ Eva Wilms hat längst eine Arbeitsstelle gefunden, beim Hospiz ist sie jedoch immer noch. „Man könnte denken, dass die Arbeit belastend ist. In Wahrheit ist sie aber sehr erfüllend.“ Ihr Ehrenamt, ergänzt Wilms, habe dazu geführt, dass ihre eigenen Probleme ihr plötzlich weniger wichtig vorkommen. „Mit dem Kontakt zu Menschen, die bald sterben, werden die eigenen Schwierigkeiten viel kleiner. Man setzt seine Prioritäten wieder ganz anders.“

Bürgermeister Paul Larue betonte bei der Feierstunde, die vom Shanty-Chor Merken unter der Leitung von Matthias Glasmacher musikalisch gestaltet wurde, dass das Ehrenamt in kaum einem anderen Land der Erde eine so große Tradition und Durchschlagskraft wie in Deutschland habe. Larue: „Das haben wir zuletzt bei der Flüchtlingskrise gesehen.“ Gleichwohl habe sich das Ehrenamt gewandelt. „Persönliche Neigungen und Interessen spielen eine immer größere Rolle. Es gibt neue Beteiligungsformen und eben nicht mehr nur die klassischen Vereine.“

Ausgezeichnet wurden am Samstag Edith und Dieter Ungermann für ihr Engagement beim Verein „Hundefreunde Düren“, Kurt Stolzenberg, der sich in seinem Heimatort Hoven vielfältig einbringt, Christine Aschauer, die an der Grundschule St. Bonifatius mit Schülern arbeitet und sich bei der Nachbarschaftshilfe Rotterdamer Straße einbringt, sowie Ivonne Müller und Gabi Franken, die die Kinder und Jugendlichen vom „Boxclub Düren 55“ betreuen.

Die geehrten Gruppen und Initiativen sind der Krankenhausbesuchsdienst der Evangelischen Gemeinde, der Krankenhausdienst „Grüne Damen“ sowie die ehrenamtliche Krankenhausseelsorge des Krankenhauses Düren, die Helfer des Lendersdorfer Hospizes und Mitglieder der St.-Ewaldus-Schützengilde, die sich dafür einsetzen, dass auch blinden und sehbehinderten Menschen die Teilnahme am Schießsport ermöglicht wird.

„Sie bekommen diese Auszeichnung“, betonte Larue, „stellvertretend für Tausende andere, die sich in Düren engagieren. Ehrenamt bedeutet vor allem auch, Verantwortung für andere zu übernehmen. Und genau das tun Sie auch.“

Eva Wilms freut sich natürlich über die Auszeichnung, betont aber, dass sie in erster Linie für die Gäste des Hospizes und sich selbst ehrenamtlich aktiv sei. „Ich tue das nicht, um dafür geehrt zu werden.“ Gleichzeitig wünscht Eva Wilms sich, dass sich noch mehr Menschen in ihrem Alter einbringen. „Ich weiß, dass es anstrengend ist, gerade auch, wenn man in seinem Beruf noch am Anfang steht. Aber man bekommt auch sehr viel zurück.“

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