EHEC: Nur noch einer statt 80 Salate am Tag

Von: Christoph Lammertz
Letzte Aktualisierung:
Ein knackiger Salat aus der KÀ
Ein knackiger Salat aus der Küche des „La Taverna”. Derzeit serviert Petra Martini nur einen pro Tag. Vor Ehec waren es bis zu 80. Foto: Lammertz

Düren. Mittwochmittag, ein Uhr: An den Tischen vor den Restaurants in der Dürener Innenstadt klirren Messer und Gabeln. Fleisch, Nudeln, Pizzen oder Pommes stehen auf dem Speiseplan. Eigentlich sieht alles aus wie an einem ganz normalen Junitag in der Dürener Gastronomie. Doch etwas ist anders.

Nach Hungrigen, die einen Salat bestellt haben, muss man lange suchen. Die Angst vor EHEC zeigt Wirkung - auch in und für die Dürener Speisegaststätten. Doch die Situation in den einzelnen Restaurants ist sehr unterschiedlich.

„Bei uns hat sich im Grunde nichts geändert”, sagt Reiner Caster, der Chef des Brauhauses „Alt Düren” an der Kleinen Zehnthofstraße. Deftiges steht bei seinen Gästen meist hoch im Kurs, so dass die Angst vor den Keimen auf Tomaten, Gurke & Co. im „Alt Düren” eine eher untergeordnete Rolle spielt. Als Beilage habe man mehr auf Krautsalat umgestellt, sagt Caster, aber ansonsten laufe das Geschäft „glücklicherweise” wie gewohnt.

Von einem Gästerückgang ist auch im „Scoozi” am Markt nicht die Rede. Wohl aber wie in einigen anderen Dürener Speiselokalen von einer anderen Auswahl der Gäste. Salate seien in der vergangenen Woche fast gar nicht bestellt worden, berichtet ein Mitarbeiter des Bistros. Dafür umso mehr Pizzen. In den vergangenen Tagen seien aber auch wieder mehr und mehr Salate serviert worden.

Dass dies bei ihnen auch so schnell wie möglich wieder der Fall ist, hoffen Petra und Elio Martini vom Restaurant La Taverna am Ahrweilerplatz. „Wir sind für unsere frischen Salate bekannt. Vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten kommen viele Kunden wegen der Salate zu uns. Doch seit EHEC ist das leider anders”, bedauert Petra Martini. Elio Martini drückt es in Zahlen aus: „50 Salate haben wir an einem normalen Tag serviert, dazu 25 bis 30 außer Haus verkauft. Jetzt ist es im Schnitt einer pro Tag.”

Etwa 30 Prozent weniger Gäste seien in den vergangenen Tagen gekommen. „Ich bin seit 34 Jahren hier, habe schon viel erlebt”, sagt Elio Martini und erinnert an Fleischskandale und die Einführung des Rauchverbots. Doch EHEC, das könne er schon jetzt sagen, sei bisher das Schlimmste. Und ein Ende ist nicht absehbar.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert