Schwammenauel - Ebbe im Rursee: Zu Fuß über die „Düse“ am „Kap Eschauel“

Ebbe im Rursee: Zu Fuß über die „Düse“ am „Kap Eschauel“

Von: Gudrun Klinkhammer
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Und da teilt die Ebbe den Rursee: Wo am „Kap Eschauel“ sonst die Segler unterwegs sind, können Spaziergänger ihre Meter machen, ohne nass zu werden. Wie niedrig der Wasserstand ist und wie tief die Schiffe liegen, zeigt auch das kleine Bild. Foto: Klinkhammer
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Wie niedrig der Wasserstand ist und wie tief die Schiffe liegen, zeigt auch das kleine Bild. Foto: Klinkhammer

Schwammenauel. Im Rursee herrscht Ebbe. Wer in diesen Tagen das „Eifel-Meer“ besucht, der staunt nicht schlecht: Die Talsperre wird immer leerer, weil es wenig geregnet hat und wenig regnet – oder schneit. Dort, wo man im Sommer schnittig auf Wassermassen segeln kann, gibt es momentan noch nicht mal mehr eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.

Etwa am „Kap Eschauel“: Die sogenannte „Düse“, eine normalerweise gut mit Wasser gefüllte Verbindung zweier Gewässerabschnitte, ist dort momentan begehbar. Wer mag, kann von Eschauel auf die vorgelagerte Insel wandern und wieder zurück, absolut trockenen Fußes.Eigner des Talsperrennetzes in der Nordeifel, zu dem auch die Rurtalsperre zählt, ist der Wasserverband Eifel-Rur (WVER).

„Die Rurtalsperre, dazu zählen Haupt- und Obersee, hat zurzeit einen Gesamtfüllstand von 123,5 Millionen Kubikmetern. Das sind in der Tat etwa zehn Millionen Kubikmeter weniger als der langjährige Mittelwert für diesen Zeitraum“, erklärt WVER-Pressesprecher Marcus Seiler. Wie er berichtet, sei es üblich, dass sich die Talsperre mit Niederschlags- und Schmelzwasser zum Sommer hin gut fülle, und dies auch gewollt sei. Zum Herbst und Winter hin werde die Füllwassermenge wieder zurückgefahren, um in der regenreichen Zeit wieder aufnahmebereit zu sein. Seiler sagt weiter: „Außerdem sind die Sommermonate ja auch Monate, in denen zumeist mehr Wasser aus der Talsperre in die Rur abgegeben wird, als ihr zufließt.“

Die Besonderheit in diesem Winter: „In den vergangenen beiden Monaten gab es keine ergiebigen Niederschläge, die von der Talsperre hätten aufgefangen werden können.“ Dennoch kein Grund zur Besorgnis, betont Seiler. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass der Pegel der Talsperre bei tagelangem Starkregen rasch wieder nach oben schnellen kann. „Zurzeit wird in den Unterlauf der Rur mehr Wasser abgegeben, als dem System zufließt, um die Wasserrechte der Industrie am Unterlauf zu erfüllen. Die Situation ist aus rein wasserwirtschaftlicher Sicht für 2017 aber noch nicht dramatisch, für die Stützung des Unterlaufs steht immer noch genug Wasser zur Verfügung.“

Ab Anfang Februar dürften im Übrigen die Hochwasserschutzräume verringert werden, so dass die Talsperre in Zukunft höher eingestaut werden kann, teilt Seiler mit. „Daher wäre es aus wasserwirtschaftlicher Talsperrensicht durchaus erfreulich, wenn es im Februar entsprechend ergiebige Regenfälle gäbe, auch im Hinblick auf eine attraktive touristische Nutzung im Sommer“, sagt Seiler.

Für die Schifffahrt wäre ein höherer Pegelstand unabdinglich, da zum Beispiel die Anleger der Rurseeschifffahrt derart im Trockenen liegen, dass die „Stella Maris“ und die „Aachen“ sie nicht problemlos erreichen könnten.

Thema am Rursee ist auch die Absenkung der Urfttalsperre wegen Baumaßnahmen in diesem Jahr. Dazu Seiler: „Im Jahr 1997 hat es mit Vertretern der Bezirksregierung eine Begehung des 2,7 Kilometer langen Kermeterstollens gegeben, um zu betrachten, ob dort alles in Ordnung und der Stollen standsicher ist.“ Mit der Aufsichtsbehörde wurde damals vereinbart, dies alle 20 Jahre zu wiederholen. Ende des Jahres stehe sie wieder an. Ob dann die Urfttalsperre so weit abgesenkt werde, dass man den Kermeterstollen begehen kann, werde erst im Herbst entschieden. Sollte es im Sommer zu heftigen Zuflüssen kommen, könnte die Begehung auch verschoben werden. Auf jeden Fall sollen der Kermeterstollen und die Verschlussorgane in Richtung Kraftwerk Heimbach kontrolliert werden. Bauarbeiten seien zunächst nicht vorgesehen. „Selbst wenn sich ein Bedarf herausstellen könnte, würde die Reparatur nicht direkt ausgeführt“, sagt Seiler.

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