„E-Government“: Düren ist Modellkommune

Von: Stephan Johnen
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Viele Dienstleistungen der Stadt Düren können bereits heute am Computer in Anspruch genommen werden. Das Angebot soll in den kommenden Jahren deutlich ausgebaut werden. Foto: Stephan Johnen
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Das Kompetenzteam „E-Government“ der Stadt Düren möchte das Online-Angebot für die Bürger Schritt für Schritt erweitern.

Düren. Mit einem Klick am heimischen Computer zum Platz im Wunschkindergarten? An diesem Service arbeitet gerade die Stadt Düren. Schon heute reicht bei vielen Dienstleistungen ein Griff zum Computer oder Smartphone Behördengänge fallen weg.

Anwohnerparkausweise können beispielsweise online beantragt werden, Fundsachen auf digitalem Weg gesucht oder Hunde angemeldet werden. Doch diese Entwicklung steht erst am Anfang. Möglichst viele Dienstleistungen sollen Bürger künftig auch online erledigen können. „E-Government“ heißt das Wort der Stunde.

Die Stadt Düren hat sich in einem bundesweiten Wettbewerb durchgesetzt und ist seit dem vergangenen Jahr „E-Government“-Modellkommune. Bis Ende 2015 wird das Rathaus vom Bundesinnenministerium bei der Konzeption und Umsetzung von Online-Diensten unterstützt. Dafür stellt das Ministerium 100.000 Euro zur Verfügung. Neben Düren sind Gütersloh und der Landkreis Cochem-Zell Modellkommunen der ersten Runde. Jüngst wurden fünf weitere Städte, Gemeinden und Kreise im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt.

„E-Government“ soll die Abläufe und damit den Aufwand für Bürger im Umgang mit der Behörde vereinfachen und beschleunigen, erklärt Maria Welter, Leiterin des Hauptamtes bei der Stadt Düren. Dem Vorurteil, mit elektronischen Dienstleistungen solle Personal abgebaut werden, tritt sie entschieden entgegen. „Wir müssen neue Wege gehen, um die steigenden Anforderungen bewältigen zu können“, betont sie.

Die Stadt sei nicht gerade „mit zu viel Personal gesegnet“. Es gebe immer mehr Aufgaben zu bewältigen, der Druck auf die Mitarbeiter steige – nur die Elektronik ermögliche es, viele Dinge noch regeln zu können. Bis 2020 soll deswegen auch die „digitale Akte“ Einzug in die Büros halten. Hinter den Kulissen werde viel daran gearbeitet, die internen Prozesse zu verschlanken und die Zusammenarbeit zu verbessern.

„E-Government“ ist für Maria Welter auch ein Imagegewinn, es stehe für Bürgerfreundlichkeit. Wer online einen Termin im Bürgerbüro bucht, braucht beispielsweise nicht zu warten. Die Erfahrung zeige, dass digitale Angebote auch genutzt werden. Beispiel Volkshochschule: Etwa die Hälfte der Anmeldungen erfolgten in diesem Jahr bereits im Internet.

Vor drei Jahren lag die Quote noch bei drei Prozent. „Wir müssen diese Angebote aber besser vermarkten“, sagt Maria Welter selbstkritisch. Die Bekanntheit der digitalen Dienstleistungen könne noch erhöht werden.

Die Stadtverwaltung arbeitet derzeit daran, deutlich mehr Angebote bereitzustellen, die über den neuen Personalausweis online abgewickelt werden können. Die dazu nötigen Lesegeräte gibt es im Bürgerbüro – und sie werden stark nachgefragt.

Online-Bezahlsystem

Bereits heute können Aufenthalts- und Meldebescheinigungen auch auf diese Weise beantragt werden, bis Ende 2015 soll die Kita-Platz-Vergabe online möglich sein. Das Team arbeite an einem Reservierungssystem, mit dem öffentliche Räume beispielsweise für private Feiern gemietet werden können. Auch Steuern und „Knöllchen“ können in naher Zukunft wohl im städtischen Online-Bezahlsystem beglichen werden.

Viele weitere Anregungen seien bei einer Bürgerbefragung gemacht worden. Waren die Dienstleistungen in der Vergangenheit mehr oder weniger über die gesamte Homepage der Stadt verteilt, finden Bürger nun alle Angebote im Bürgerportal unter www.onlinedienste.dueren.de.

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